Bafin-Mitarbeiter machten rund 500 Mal Geschäfte mit Wirecard-Bezug

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Mitarbeiter der Finanzaufsichtsbehörde Bafin haben von Anfang 2018 bis zur Insolvenz des Finanzdienstleisters Wirecard Ende Juni in rund 500 Fällen private Finanzgeschäfte mit Bezug auf das Unternehmen gemacht.

    wirecard
    Wirecard: Sitz in Aschheim bei München. - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Personalrat der Aufsichtsbehörde wendet sich gegen Handelsverbot mit Aktien.

    Das teilte das Bundesfinanzministerium auf Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler mit. Allein im Juni dieses Jahres, kurz vor der Insolvenz, waren es demnach mehr als hundert, wie aus der am Freitag veröffentlichten Auflistung hervorgeht.

    Wirecard hatte Ende Juni Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte das Unternehmen einräumen müssen, dass in der Bilanz aufgeführte Gelder von 1,9 Milliarden Euro, die vermeintlich auf asiatischen Bankkonten lagern sollten, nicht auffindbar seien. Die Bafin war im Zuge des Bilanzskandals unter starken Druck geraten. Kritiker warfen der Behörde vor, lange Zeit nicht entschieden genug Betrugshinweisen bei Wirecard nachgegangen zu sein.

    Schäffler sagte am Freitag, es sei «erschütternd, was bei der Finanzaufsicht alles ans Tageslicht kommt. Ein Ende scheint hier nicht in Sicht.» Der FDP-Abgeordnete forderte personelle Konsequenzen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) müsse «den Saustall endlich ausmisten».

    Die Bafin prüft derzeit die Geschäfte der Mitarbeiter, bei denen Wirecard eine Rolle spielt. «Kenntnisse, dass Mitarbeiter der Bafin private Finanzgeschäfte mit Bezug zu Wirecard AG getätigt haben, welche gegen Vorgaben im Wertpapierhandelsgesetz beziehungsweise in der Marktmissbrauchsverordnung verstossen, liegen bisher nicht vor», heisst es weiter in der Antwort des Finanzministeriums.

    Das Ministerium plant ein Handelsverbot mit Aktien für Bafin-Beschäftigte - der Personalrat der Behörde wandte sich in einem Schreiben an das Ministerium dagegen. Solche Handelsverbote seien «unverhältnismässig» und es gebe «verfassungsrechtliche Bedenken» gegen sie, heisst es in dem AFP vorliegenden Brief. Gleich geeignete, aber mildere Mittel blieben unberücksichtigt.

    Der Personalrat kritisiert, dass alle Bafin-Beschäftigten betroffen wären, also nicht nach «aufsichtsrechtlicher Zuständigkeit differenziert» werde. Allen Mitarbeitern werde so die Möglichkeit genommen, «durch eine Investition in Finanzinstrumente einen Beitrag für ihr privates Vermögen sowie ihre Altersvorsorge aufzubauen». Für Beschäftigte vergleichbarer Institutionen wie etwa der Bundesbank sei ein Handelsverbot nicht geplant.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    ewf
    16 Interaktionen
    «It is what it is»
    Klare Nacht Wetter
    17 Interaktionen
    Wolken fehlen

    MEHR IN NEWS

    UN Benjamin Netanjahu
    1 Interaktionen
    Viele verlassen Saal
    Supreme Court
    1 Interaktionen
    Drittländer
    huthi jemen
    2 Interaktionen
    Gegen Huthi
    colombia
    1 Interaktionen
    Bei UN

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Smarte Futterautomaten
    15 Interaktionen
    Spionage-Napf?
    Isabel Schnabel
    1 Interaktionen
    Frankfurt/Main
    Beni Durrer
    453 Interaktionen
    Auswanderer