Ausfall von Getreide aus der Ukraine träfe vor allem Afrika

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    Deutschland,

    Ein Ausfall der Ukraine als Getreidelieferant würde nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) vor allem die Lebensmittelversorgung der Menschen in Afrika gefährden. Besonders Länder wie Ägypten und Tunesien sind vom ukrainischen Weizen abhängig.

    Ein Mähdrescher auf einem Getreidefeld. Foto: Boris Roessler/dpa
    Ein Mähdrescher auf einem Getreidefeld. Foto: Boris Roessler/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • «Die Ukraine dürfte als Folge des Krieges zunächst von der Weltwirtschaft abgeschnitten werden - Handelswege sind gekappt, Infrastruktur zerstört und alle verbleibenden Produktionskräfte dürften auf eine Kriegswirtschaft ausgerichtet werden», sagte IfW-Handelsforscher Hendrik Mahlkow am Freitag einer Mitteilung seines Instituts zufolge.

    «Da das Land einer der wichtigsten Getreideexporteure der Welt ist, insbesondere für den afrikanischen Kontinent, wird dies die dortige Versorgungssituation spürbar verschlechtern.»

    Die IfW-Ökonomen haben simuliert, welche langfristigen Folgen ein Handelsstopp mit Weizen und sonstigem Getreide aus der Ukraine für Afrika hätte. Demnach wären besonders Tunesien und Ägypten negativ betroffen. «In Tunesien würden die gesamten Weizenimporte des Landes dauerhaft um über 15 Prozent zurückgehen, die Importe von übrigem Getreide um fast 25 Prozent», so das IfW.

    «Ägypten würde über 17 Prozent weniger Weizen und knapp 19 Prozent weniger sonstiges Getreide importieren können, Südafrika 7 Prozent weniger Weizen und über 16 Prozent weniger sonstiges Getreide.» Für viele weitere Länder wie Kamerun sowie Algerien und Libyen und Äthiopien, Kenia, Uganda, Marokko und Mosambik sehen die Forscher ebenfalls empfindliche Folgen.

    «Die zentrale Bedeutung der Ukraine für Afrikas Lebensmittelversorgung wird aus unseren Modellrechnungen deutlich, besonders in Ländern, die Getreidearten konsumieren, die sie vom Weltmarkt kaufen», sagte Mahlkow. «Die Ukraine ist als Getreidelieferant auch langfristig nicht zu ersetzen. Ihr Ausfall verschlechtert Afrikas Versorgung und treibt auch die Preise in die Höhe.»

    Westliche Länder wären laut IfW weit weniger von einem Ausfall der Ukraine als Getreidelieferant betroffen. Sie seien nicht so stark auf die Importe angewiesen und können den Ausfall besser kompensieren.

    Daten der Welternährungsorganisation FAO zufolge liegt die Ukraine mit knapp 25 Millionen Tonnen auf Platz 8 der wichtigsten Weizenerzeuger (Stand 2020). Bei Mais liegt das Land demnach mit 30,3 Millionen Tonnen auf Platz 5.

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