ASML unter Druck – wie tief fällt der Aktienkurs?

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Niederlande,

    Die Aktie von ASML fällt trotz Rekordzahlen deutlich. Zinssorgen, China-Risiken und ein angeschlagenes Chartbild rücken wichtige Kursmarken in den Fokus.

    ASML
    Die Aktie von ASML bleibt trotz der hohen KI-Nachfrage unter Druck, während Analysten die Wachstumsaussichten und die Bewertung unterschiedlich einschätzen. (Symbolbild) - keystone

    Die ASML-Aktie ist nach einem Erholungsversuch erneut unter Druck geraten. Seit dem Oktoberhoch hat das Papier rund 15 Prozent verloren, während ein erneutes Abwärtsgap die charttechnische Situation verschärft.

    Die Geschäftszahlen für das dritte Quartal fielen stark aus. Wie die «Sharedeals» berichtet, stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 55 Prozent auf 11,66 Milliarden Euro.

    Der Nettogewinn legte um 133 Prozent auf 4,96 Milliarden Euro zu, die Bruttomarge erreichte 57,5 Prozent. Zudem erhöhte ASML seine Umsatzprognose für 2026 auf 44 bis 45 Milliarden Euro.

    US-Inflation und KI-Sorgen belasten die Aktie von ASML

    Dennoch hielt die positive Kursreaktion nicht an, wie die «Newsbit» berichtet. Ein weltweiter Ausverkauf bei Halbleiteraktien belastete die Branche trotz der überzeugenden Geschäftszahlen.

    Überraschend hohe US-Inflationsdaten haben neue Sorgen über die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank ausgelöst. Anleger rechnen deshalb mit einem möglicherweise länger anhaltenden Zinsdruck, der insbesondere hoch bewertete Wachstumsaktien belastet.

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    Zusätzlich sorgen Zweifel an der Nachhaltigkeit hoher Investitionen in künstliche Intelligenz für Unsicherheit. Auch mögliche weitere US-Exportbeschränkungen für China bleiben ein Risiko.

    China-Risiken und schwache Charttechnik belasten ASML

    Nach Angaben der «Newsbit» entfallen rund 20 Prozent des ASML-Umsatzes auf den chinesischen Markt. Zudem wird die Aktie mit etwa dem 55-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet.

    Die technische Lage hat sich nach Einschätzung der «Sharedeals» deutlich verschlechtert. Nachdem die Aktie zwischenzeitlich auf 1658,60 Euro gestiegen war, fiel sie wieder unter die wichtige Marke von 1532 Euro.

    Im bevorzugten Szenario der Chartanalyse liegt die nächste wichtige Unterstützung bei 1369,80 Euro. Dort hatten Käufer bereits im August und September gegengehalten.

    ASML: Analysten sehen trotz Kursrückgang Potenzial

    Sollte diese Marke nachhaltig unterschritten werden, nennt die «Sharedeals» weitere mögliche Kursziele bei 1302,40 und 1247,40 Euro. Für eine Erholung müsste die Aktie zunächst die Marke von 1532 Euro zurückerobern.

    Darüber bildet der Bereich um 1570 Euro einen weiteren Widerstand. Erst ein Ausbruch über 1658,60 Euro würde die Voraussetzungen für einen erneuten Angriff auf das Rekordhoch bei 1739,40 Euro verbessern.

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    ASML ist ein niederländischer Chipausrüster. (Archivbild) - keystone

    Trotz des Kursrückgangs halten mehrere Analysten an positiven Einschätzungen fest. Wie der «Goldesel» am 15. Oktober 2026 schreibt, erhöhte UBS das Kursziel von 2350 auf 2400 Euro.

    Analysten uneinig: KI-Boom trifft auf Kapazitätsengpässe

    Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel von 2300 auf 2200 Euro, hielt aber ebenfalls an «Buy» fest. Jefferies reduzierte das Kursziel von 1650 auf 1590 Euro und bestätigte die Einstufung «Hold».

    Die unterschiedlichen Bewertungen spiegeln abweichende Erwartungen an das künftige Wachstum und die aktuelle Aktienbewertung wider.

    Langfristig bleibt die Nachfrage nach Lithografiesystemen für die Chipproduktion ein zentraler Faktor. Laut der «Sharedeals» könnten die geplanten Produktionskapazitäten für 2027 und 2028 nicht ausreichen, um sämtliche Kundenwünsche zu erfüllen.

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