Aramco-Chef warnt vor gefährlich tiefen Ölreserven
Der Chef des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco warnt vor einem gefährlich niedrigen Niveau der weltweiten Ölreserven. Der Sicherheitspuffer zur Abfederung weiterer Lieferausfälle sei sehr gering.

«Das System steht bereits unter Druck», sagte Aramco-Chef Amin Nasser am Montag am Energy Intelligence Forum in London. Da es weltweit nur wenige Alternativen gebe, sei der Puffer zur Bewältigung von Versorgungsunterbrechungen «gefährlich klein».
Dabei dürfe nicht allein auf die offiziell ausgewiesenen Reserven geschaut werden, sagte Nasser. Weniger als 10 Prozent davon seien tatsächlich verfügbar. Ein grosser Teil der von den Staaten ausgewiesenen Bestände müsse als Mindestreserve gehalten werden, damit die Infrastruktur weiter betrieben werden könne.
Dies erkläre auch, weshalb es schwierig sei, 100 Millionen Barrel Öl aus den Reserven freizugeben, sagte der Aramco-Chef. Die Internationale Energieagentur (IEA), der 32 Staaten und damit auch die G7-Länder angehören, hatte am Freitag die Freigabe von Ölreserven in diesem Umfang angekündigt.
Strategische Energiereserven könnten zwar helfen, einen Winter zu überbrücken, sagte Nasser. Das grundlegende Problem der Versorgung könnten sie langfristig jedoch nicht lösen.
Für den eigenen Konzern zeigte sich der Manager dagegen zuversichtlich. Aramco sei widerstandsfähig und in der Lage, sämtliche Anforderungen seiner Kunden zu erfüllen.
Im September hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass bei einigen europäischen Kunden das Risiko bestehe, von Saudi-Arabien nicht wie geplant mit Öl beliefert zu werden. Seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen wurden saudische Ölanlagen mehrfach angegriffen.
Aramco habe aus jedem Angriff Lehren gezogen, sagte Nasser. Der Konzern könne auch auf zehn Angriffe gleichzeitig reagieren und Teams zur Behebung der Schäden entsenden.










