Zürich: Mieter dürfen beim Koch-Areal erst verspätet einziehen
Im Zürcher Koch-Areal können rund 300 Mieter erst mit bis zu zwölf Wochen Verspätung einziehen. Die Genossenschaft nennt Lieferengpässe als Grund.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Zürcher Koch-Areal verzögert sich der Einzug von rund 300 Mietenden.
- Im Koch-Areal sind wegen Lieferengpässen die Treppenhäuser nicht fertig.
- Kraftwerk1 sucht Zwischenlösungen und will Mehrkosten der Mieter übernehmen.
Die neuen Wohnungen in der Siedlung auf dem Zürcher Koch-Areal sind nicht rechtzeitig fertig. Die Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1 hat den Einzug deshalb verschoben, wie sie kürzlich mitteilte.
Gravierende Lieferverzögerungen verhinderten die termingerechte Fertigstellung. Vor allem die Treppenhäuser seien noch nicht fertiggebaut. Deshalb könnten die behördlichen Vorschriften für den Bezug nicht eingehalten werden.
Eigentlich hätten die ersten Mietparteien Ende Oktober einziehen sollen. Nun verschieben sich die Bezugstermine um sechs bis zwölf Wochen. Planmässig möglich ist der Einzug laut Kraftwerk1 voraussichtlich nur im Hauseingang 56.
Rund 300 Personen betroffen
Wie «SRF News» berichtet, sind 90 Wohnungen von der Verzögerung betroffen. Das sind rund 300 Mieterinnen und Mieter und damit etwa drei Viertel aller künftigen Bewohnenden.
Die Häuser 50 und 52 verzögern sich demnach um rund sechs Wochen. Beim Haus 54 sind es zehn bis zwölf Wochen. Das geht aus einem Schreiben der Genossenschaft hervor, das «SRF» vorliegt.
Die Betroffenen erfuhren erst rund zwei Wochen vor dem geplanten Einzug davon. Für viele ist das heikel, weil ihre bisherigen Mietverhältnisse bereits beendet sind oder bald enden könnten.
Suche nach Zwischenlösungen
Weil die schlechte Nachricht so kurzfristig kam, führt die Genossenschaft nun Gespräche mit den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern. Im Vordergrund steht die Suche nach temporärem Wohnraum und Lagermöglichkeiten.
Dazu gehören demnach Gästezimmer in anderen Genossenschaften, Wohnungen zur Zwischenmiete sowie Platz für Möbel und Umzugskisten. Zuerst kontaktiert werden jene, deren Einzug in den kommenden Tagen geplant gewesen wäre.

Für Ausweichmöglichkeiten greift Kraftwerk1 weiter auch auf das eigene Netzwerk zurück. Die rund 5000 Genossenschafterinnen und Genossenschafter wurden gebeten, freie Plätze zwischen Ende Oktober und Ende Februar 2027 zu melden.
Mehrkosten sollen übernommen werden
Zusätzliche Kosten, die den Mietenden durch die Verzögerung entstehen, sollen demnach übernommen werden. Die genauen Modalitäten seien noch nicht festgelegt. Die Kosten für Zwischenlösungen müssten aber «angemessen» bleiben.
Die bestehenden Mietverträge behalten ihre Gültigkeit. Wer wegen der Verzögerung zurücktreten möchte, kann das laut der Genossenschaft tun. Die Siedlung Koch gilt als eines der grössten und bekanntesten Wohnbauprojekte Zürichs der letzten Jahre.








