Zentrum Paul Klee zeigt Einzelausstellung über Florence Henri

Keystone-SDA
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Bern,

Am Bauhaus in Dessau hat die Karriere als Fotografin für Florence Henri ihren Anfang genommen. Dort lernte sie auch Paul Klee kennen. Vor diesem Hintergrund widmet das Zentrum Paul Klee der Avantgarde-Künstlerin nun die erste Einzelausstellung nach über 40 Jahren.

Das Selbstporträt der Avantgarde-Fotografin Florence Henri aus dem Jahr 1928 macht deutlich, warum sie als wichtige Vertreterin des «Neuen Sehens» gilt: durchdachte Komposition, klare ...
Das Selbstporträt der Avantgarde-Fotografin Florence Henri aus dem Jahr 1928 macht deutlich, warum sie als wichtige Vertreterin des «Neuen Sehens» gilt: durchdachte Komposition, klare ... - Handout: Zentrum Paul Klee/Martinen & Ronchetti, coutesy Archives

Im Jahr 1927 besuchte Florence Henri (1893-1982) Kurse von Paul Klee, László Moholy-Nagy, Josef Albers und Wassily Kandininsky am Bauhaus in Dessau. Sie kam als Hospitantin, hatte sich aber bereits in Paris, München, Rom und Spanien als Malerin sowie in Paris und London als Pianistin einen Namen gemacht. Mit diesen Erfahrungen sei anzunehmen, «dass sie weniger an den konkreten Lehrinhalten als vielmehr an der künstlerisch aufgeladenen Atmosphäre des Bauhauses interessiert war», schreibt das Zentrum Paul Klee zur Ausstellung.

Moholy-Nagys Vorstellung vom «Neuen Sehen» und der Austausch mit der Fotografin Lucia Moholy befeuerten Henris Interesse an der Fotografie. «Neues Sehen», das war eine Stilrichtung der Fotografie, die sich in den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts vom reinen Abbild abkehrte. Aus bekannten Sujets sollten durch den Einsatz geometrischer Strukturen, diagonaler Linien, extremer Perspektiven und durch das Spiel mit Kontrasten neue, unbekannte Darstellungen entstehen. Das Ziel war, die Fotografie als eigenständige Kunstform zu etablieren und mit ihr den gesellschaftlichen Fortschritt durchaus positiv zu dokumentieren.

Wichtige Vertreterin des «Neuen Sehens»

Florence Henris Fotografien sind sorgfältige Kompositionen, die durch ein Spiel mit Licht und Schatten, mit Schärfe und Unschärfe und durch ungewohnte Blickwinkel charakterisiert sind. Da ist zum Beispiel ihr Selbstporträt aus dem Jahr 1928: Sie sitzt an einem Tisch, zeigt sich selbst aber nur im Bild eines Spiegels, der auf dem Tisch steht; an der Kante, wo der Spiegel auf den Tisch trifft, liegen zwei silberne Kugeln, die durch das Spiegelbild gedoppelt sind; die Linien der Holzlatten des Tisches ziehen sich diagonal, von der vorderen Hälfte des Bildes, gerade durch ins Spiegelbild und leiten den Blick direkt auf die abgebildete Florence Henri.

Diese Art der Fotografie machte Henri bekannt und zu einer bedeutenden Vertreterin des «Neuen Sehens». Das Zentrum Paul Klee zeigt nun 80 ihrer Werke, hauptsächlich Fotografien, aber auch Gemälde, Zeichnungen und Collagen. Die Ausstellung «Fokus. Florence Henri (1893-1982)» ist von 29. August bis 10. Januar 2027 zu sehen.

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