Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen in der Schweiz erneut gestiegen

    Keystone-SDA
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    Neuchâtel,

    Im Jahr 2023 gab es in der Schweiz mehr Abtreibungen als je zuvor: Insgesamt gab es 12'045 Abbrüche – 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

    Auf 1000 Lebendgeburten registrierte das BfS im vergangenen Jahr 147,2 Schwangerschaftsabbrüche. - Ben White/Unsplash

    Im Jahr 2023 ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche auf einen neuen Höchststand gestiegen. Insgesamt gab es 12'045 Abbrüche und damit 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit entfielen 7,2 Abbrüche auf 1000 Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren. Die Zahl ist nach einem langjährigen Rückgang seit 2017 am Steigen.

    Bei den 15- bis 19-jährigen Frauen blieb die Abbruchrate bei 3,3 Schwangerschaften pro 1000 Frauen im Vergleich zum Vorjahr stabil, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Für alle 15- bis 44-jährigen Frauen hatte diese Quote 2022 noch 6,9 pro 1000 betragen.

    Späte Mutterschaft im Trend

    2023 waren 57 Prozent der Frauen beim Abbruch über 30 Jahre alt. Vor zehn Jahren lag diese Zahl noch bei 48 Prozent, was den Trend zur späteren Mutterschaft zeigt. Landesweit gab es 70 Abbrüche bei Jugendlichen unter 16 Jahren.

    Mit 95 Prozent erfolgten die meisten Schwangerschaftsabbrüche in der gesetzlichen Frist der ersten zwölf Wochen. Bei den restlichen 5 Prozent gaben eine medizinische Diagnose am Fötus oder psychosoziale Faktoren den Ausschlag. 77 Prozent der Abbrüche gab es in den ersten acht Wochen.

    Medikamentöse Methode überwiegt

    Landesweit überwogen die medikamentösen Abbrüche mit 81 Prozent die chirurgischen. In sieben Kantonen (GL, LU, NE, NW, OW, SO, UR) übertraf die medikamentöse Methode 90 Prozent. In Genf und Freiburg waren es wie im Vorjahr 60 Prozent. Am meisten Abbrüche gab es mit 3055 im Kanton Zürich, gefolgt von der Waadt (1781) und Bern (1376). Keinen Abbruch meldete Appenzell-Innerrhoden.

    Der Anteil der Schweizerinnen an den Schwangerschaftsabbrüchen betrug im vergangenen Jahr 55,7 Prozent, jener der Ausländerinnen 41,5 Prozent. Bei den übrigen war die Nationalität unbekannt. Pro 1000 Lebendgeburten registrierte das BFS im vergangenen Jahr 147,2 Schwangerschaftsabbrüche. Im Vorjahr waren es 135,6 gewesen.

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    Kommentare

    User #2633 (nicht angemeldet)

    Ich bin absolut gegen Abtreibung, würde aber nie gegen ein Gesetz dagegen abstimmen. Dennoch, stimmt mich diese grosse Zahl besorgt und traurig.

    User #1137 (nicht angemeldet)

    Die Verhütung mit Hormonen wird immer unbeliebter und es wird vermehrt auf Methoden wie Temperatur messen, Zyklustracking und Kupferspirale gesetzt. Diese Methoden sind allerdings unsicherer. Ich denke, da wird dieser Anstieg herkommen.

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