Gericht

    Verfahren gegen fünf Franzosen wegen Gewalttat in Genf hat begonnen

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Frankreich,

    In Genf hat am heutigen Dienstag ein Gerichtsverfahren gegen fünf Franzosen begonnen, die mutmasslich fünf junge Frauen verprügelt haben sollen.

    Thonon-les-bains
    Einen Tag nach dem Angriff auf fünf junge Frauen vor einem Nachtlokal in Genf protestierten am 9. August 2018 in den Strassen von Genf Dutzende gegen Gewalt an jeder einzelnen Frau und Gewalt gegen alle Menschen. - sda - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Dienstag hat ein Prozess gegen fünf Franzosen in Genf begonnen.
    • Sie sollen im Sommer 2018 fünf junge Frauen brutal verprügelt haben.

    In Thonon-les-Bains (F) hat am Dienstag der Prozess gegen fünf Franzosen begonnen, die beschuldigt werden, im Sommer 2018 in Genf fünf junge Frauen brutal zusammengeschlagen zu haben.

    Der Fall hatte sich am 8. August 2018 kurz nach fünf Uhr morgens am Ausgang eines Genfer Nachtlokals ereignet. Die fünf Frauen, damals zwischen 22 und 33 Jahre, wurden von einer Gruppe von Männern auf offener Strasse angegriffen und scheinbar ohne Grund verprügelt.

    Eine Frau war zehn Tage im Koma

    Zwei der Frauen mussten mit schweren Kopfverletzungen ins Spital gebracht werden. Eine von ihnen erwachte erst zehn Tage nach der Attacke aus dem Koma.

    Die brutale Gewalt gegen die Frauen schockierte die ganze Schweiz. Bereits am Tag nach dem Angriff gingen in Genf rund hundert Menschen auf die Strasse, um ihrer Empörung über die Tat Ausdruck zu geben.

    Tat löste Proteste aus

    Am darauf folgenden Wochenende fanden auch in Lausanne, Bern, Basel und Zürich Protest-Kundgebungen von mehr als 600 Menschen statt, die ein Ende der Gewalt gegen Frauen forderten.

    Die Frauen der SP Schweiz forderten als Reaktion auf den brutalen Angriff Massnahmen, darunter eine Präventionskampagne «Nein heisst Nein». Auch Frauen aus anderen Parteien kündigten an, auf kantonaler und nationaler Ebene Vorstösse gegen Gewalt an Frauen einreichen zu wollen.

    Die mutmasslichen Angreifer waren bereits wenige Tage nach dem Überfall als französische Staatsangehörige aus dem grenznahen Ausland identifiziert worden. Weil die mutmasslichen Täter Franzosen waren, konnten sie nicht an die Schweiz ausgeliefert werden. Die Schweiz trat das Verfahren deshalb an die französischen Strafbehörden ab.

    Gut einen Monat nach der Gewalt-Attacke nahm die französische Polizei in der Haute-Savoie drei verdächtige Männer fest und setzte sie in Untersuchungshaft. Sie wurden wegen gemeinschaftlicher Gewalt und versuchter Tötung einvernommen. Zwei der Verdächtigen waren der französischen Polizei bereits bekannt gewesen.

    Am Dienstag standen insgesamt fünf mutmassliche Angreifer aus der Haute-Savoie vor Gericht. Sie sind im Alter zwischen 22 und 25 Jahren. Die Männer müssen mit Haftstrafen zwischen sieben und zwanzig Jahren rechnen.

    Das Urteil wurde für Mittwochabend erwartet.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    touris
    94 Interaktionen
    «Unflätig»
    Wirbel um QR-Codes in Zürcher Gastronomie
    64 Interaktionen
    «Zumutung»

    MEHR IN NEWS

    Kanton St. Gallen
    Kanton St. Gallen
    Kanton St. Gallen
    Kanton St. Gallen
    Warschau
    St. Gallen
    St. Gallen

    MEHR GERICHT

    8 Interaktionen
    Baubewilligung nötig?
    6 Interaktionen
    Zürich
    4 Interaktionen
    St. Gallen
    2 Interaktionen
    Bülach ZH

    MEHR AUS FRANKREICH

    blaon
    5 Interaktionen
    Ballon-d’Or-Skandal
    xcv
    28 Interaktionen
    Schülerproteste
    Cagnes-sur-Mer
    frankreich
    4 Interaktionen
    Nach Protesten