Ständeratskommission will Regeln für Homeoffice anpassen
Im Homeoffice sollen künftig weniger starre Regeln gelten. Dieser Meinung ist nach dem Nationalrat auch die zuständige Ständeratskommission. Sie will die Vorlage jedoch in mehreren Punkten anpassen.

Konkret beschloss die grosse Kammer nach einer animierten Debatte vor Jahresfrist, die maximale Zeitspanne für die tägliche Arbeitszeit von 14 auf 17 Stunden zu verlängern. Die Mindestruhezeit soll von elf auf neun Stunden verkürzt werden. Vorgesehen ist dafür das explizite Recht auf Nichterreichbarkeit – und zwar für alle und nicht nur für jene Angestellten, die zu Hause oder ausserhalb ihres Betriebs arbeiten.
Die Wirtschaftskommission des Ständerats (WAK-S) will dieses Recht auf Nichterreichbarkeit aus dem Gesetzesentwurf streichen, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Das Recht gelte auch ohne explizite gesetzliche Verankerung, lautete der Tenor.
Auch betreffend Sonntagsarbeit wich die WAK-S von den Beschlüssen des Nationalrats ab. Die grosse Kammer will Sonntagsarbeit an höchstens neun Sonntagen für jeweils bis zu fünf Stunden bewilligungsfrei möglich machen. Die Ständeratskommission will auch diese Regelung ganz aus der Vorlage streichen – «im Sinne eines Kompromisses», wie sie schrieb.
In der Gesamtabstimmung hiess die WAK-S die Vorlage mit 7 zu 2 Stimmen bei 3 Enthaltungen gut. Das Geschäft kommt in der Wintersession in den Ständerat. Im Nationalrat hatten die Fraktionen von SVP, Mitte, FDP und GLP Ja gesagt. Die Vorlage passe das Arbeitsrecht an die aktuellen Gegebenheiten an, ohne den Gesundheitsschutz zu vernachlässigen, so die Mehrheit.
Starke Kritik und Ablehnung kamen aus dem linken Lager. SP und Grüne befürchten schlechtere Arbeitsbedingungen und weniger Gesundheitsschutz. Die Vorlage führe zu unnötiger Bürokratie und missachte sozialpartnerschaftliche und branchenspezifische Lösungen, so die Gegnerinnen und Gegner der Vorlage.






