Stadtpark Obere Weierwise: Doch kein grosser Badeweiher für Wil SG
Der geplante Badeweiher ist vom Tisch. Für IG-Weierwisen-Präsidentin Alexandra Stieger-Federer bleibt der Stadtpark dennoch eine grosse Chance.

Untersuchungen zeigen: Die Wilerinnen und Wiler müssen sich vom Gedanken eines grossen Badeweihers im geplanten Stadtpark Obere Weierwise verabschieden. Anstelle eines Naturteichs soll nun eine Wasserlandschaft entstehen.
Mit dem Stadtpark Obere Weierwise will die Stadt Wil das Naturerholungsgebiet rund um den Stadtweier erweitern. Im Rahmen des geplanten Projekts sollte im Zentrum der Äbtestadt ein grosser Naturweiher mit Bademöglichkeit entstehen.
Detaillierte Baugrund- und Grundwasseruntersuchungen zeigen nun allerdings: Das Projekt lässt sich nicht wie vorgesehen umsetzen.
Gefahr der Instabilität
«Aufgrund der Erkenntnisse aus der nun weiter fortgeschrittenen Planung muss auf den Bau eines grossen Naturweihers mit Bademöglichkeit verzichtet werden», schreibt die Stadt Wil in einer Mitteilung.
Der Grund dafür: Unter dem geplanten Weiher befinden sich mehrere kaum wasserdurchlässige Bodenschichten. Diese wirken laut der Stadt zwar wie eine natürliche Abdichtung des Grundwassers, erschweren jedoch gleichzeitig den Bau und den späteren Betrieb des vorgesehenen Naturweihers erheblich.

Würde der Boden auf der geplanten Fläche bis zur erforderlichen Tiefe ausgehoben, könnte der Wasserdruck aus dem Untergrund den Baugrund instabil machen und die Baugrube rasch mit Grundwasser füllen.
Zudem könnten Veränderungen des Grundwasserspiegels zu Bodensetzungen führen, welche benachbarte Bauwerke wie den Hofbergdamm oder die Badi Weierwise beschädigen könnten.
Vielleicht kleiner Weiher
Anstelle des ursprünglich geplanten grossen Weihers verfolgt die Stadt nun ein angepasstes Konzept. Vorgesehen ist eine Wasserlandschaft mit einem abwechslungsreich gestalteten Verlauf des Krebsbachs, spielerischen Wasserbereichen in Form sogenannter Quelltöpfe sowie flachen Wasserflächen.
Aktuell laufen zudem Abklärungen, ob ein kleinerer Naturweiher mit Bademöglichkeit realisiert werden kann. Am Montag vor einer Woche begann der Aushub für einen entsprechenden Versuchsteich.
«Endlich zugänglich machen»
Die IG Weierwisen gehörte bisher zu den Unterstützern des Projekts. Präsidentin Alexandra Stieger-Federer zeigt sich vom Verzicht auf den grossen Weiher jedoch nicht enttäuscht.
«Genau dafür ist ein Vorprojekt da. Es ist die Phase der Abklärungen und der Machbarkeitsprüfung, bevor die Umsetzung startet. Der grosse Weiher war eine faszinierende Idee aus dem Wettbewerb. Die technische Machbarkeit war einer von mehreren Punkten, die nach dem Wettbewerb im Vorprojekt vertieft geklärt werden mussten. Dass die Geologie uns hier nun Grenzen setzt, ist kein Fehler, sondern das Resultat einer seriösen und gründlichen Abklärung.»
Für die IG Weierwisen zählt laut Stieger-Federer, dass am Ende dieses Prozesses alle Fakten auf dem Tisch liegen.
«Darauf basierend können die Stadt und die Bevölkerung einen fundierten und finanziell tragbaren Entscheid fällen», sagt die Präsidentin. Sie ergänzt: «Wir rennen nicht blindlings in ein finanzielles oder technisches Abenteuer, sondern korrigieren den Kurs, sobald neue Fakten vorliegen.»
Den Vorwurf, es sei nun Geld verschwendet worden, weist Alexandra Stieger-Federer zurück: «Bisher sind keine Millionen geflossen, sondern lediglich die Kredite für eine sorgfältige Planung. Dieses Geld ist gut investiert, weil es uns vor teuren Fehlern schützt.»
Bestehende Grünräume zu pflegen, sei unbestritten wichtig, so die Präsidentin weiter: «Mit dem Stadtpark Obere Weierwise haben wir die einmalige historische Chance, eine grosse Fläche mitten in der Stadt in einen Naherholungspark für alle Wilerinnen und Wiler zu verwandeln. Eine solche Chance haben nur wenige Städte. Unser Hauptanliegen als IG Weierwisen ist es, diese brachliegende Fläche endlich für die Bevölkerung zugänglich und erlebbar zu machen. Natürlich hätten wir uns den grossen Weiher gewünscht und haben uns stark für die Machbarkeitsprüfung eingesetzt. Aber wir müssen die Realität des Bodens akzeptieren.»
Der Park verliere dadurch nicht seine Seele. Er werde nach wie vor ein vielseitiger Erholungsraum mit hoher Lebensqualität, starker Biodiversität und einer attraktiven Wasserlandschaft sein, ist Stieger-Federer überzeugt.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.







