Das Schweizerische Polizei-Institut (SPI) in Neuenburg hat am Freitag sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Die Institution sei ein nicht mehr wegzudenkender Pfeiler in der Polizeiausbildung, sagte Bundesrätin Karin Keller-Sutter an der Jubiläumsfeier.
Polizei (Symbolbild)
Polizei. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • «Die Sicherheit im Land zu gewährleisten, erfordert Technik, Feldarbeit und wissenschaftliche Kenntnisse», sagte die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz und Polizeidepartementes (EJPD) vor rund 150 Gästen.

Zur Jubiläumsfeier waren alle Kommandanten der Schweizer Polizeikorps sowie mehrere Regierungsräte aus verschiedenen Kantonen eingeladen.

Die Harmonisierung der Polizeiarbeit stehe beim SPI bereits im Zentrum der Aus- und Weiterbildung, aber die Herausforderungen der modernen Gesellschaft würden immer grösser, hielt Keller-Sutter fest. Die Coronavirus-Pandemie und der verschärfte politische Diskurs hätten die Notwendigkeit aufgezeigt, über glaubwürdige Sicherheitskräfte zu verfügen, um das Funktionieren der Institutionen sicherzustellen. Das SPI habe entsprechend auf die neuen Herausforderungen reagiert und die Ausbildung angepasst.

Die Polizeiausbildung wurde in der Schweiz vor zwei Jahren unter der Federführung des SPI harmonisiert. Das erste Ausbildungsjahr erfolgt in einer der sechs Polizeischulen im Land und wird mit einer Prüfung abgeschlossen. Das zweite Jahr absolvieren die angehenden Polizistinnen und Polizisten in ihrem angestammten Polizeikorps, um das Gelernte anzuwenden.

Zum Abschluss erhalten die Polizistinnen und Polizisten nach bestandener Prüfung einen eidgenössischen Fachausweis und bei einer höheren Fachprüfung ein eidgenössisches Diplom. Die Zertifizierung erfolgt über das Schweizerische Polizei-Institut. Daneben bietet das SPI Kader- und Weiterbildungskurse an. Die Schulungen betreffen etwa die Cyberkriminalität, den Datenklau, Wirtschaftskriminalität oder die Auswirkungen des Klimawandels auf die Polizeiarbeit.

Der Berner Polizeikommandant Stefan Blättler sagte als Präsident der privatrechtlichen Stiftung des SPI, die aktuellen Herausforderungen führten unausweichlich zu einer Akademisierung der Polizeiausbildung. Das SPI werde sich in den nächsten Jahren weiter für eine hohe Qualität und die Unité de doctrine (Einheitlichkeit) in der Polizeiausbildung engagieren, sagte Blätter, der am 29. September zum neuen Bundesanwalt gewählt werden soll.

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