85 Prozent des Umsatzes im Schweizer Musikmarkt läuft mittlerweile über Streaming. An Bedeutung verlieren dafür Downloads und physische Tonträger.
Läuft: Musikhören unterwegs macht Spass - und daran haben die Smartphone-Apps der Streamingdienste einen nicht unerheblichen Anteil.
Läuft: Musikhören unterwegs macht Spass - und daran haben die Smartphone-Apps der Streamingdienste einen nicht unerheblichen Anteil. - Christin Klose/dpa-tmn

Das Wichtigste in Kürze

  • Total setzte die Musik-Branche im Jahr 2022 223,7 Millionen Franken um
  • Damit ist es zum siebten Jahr in Folge zu einem Wachstum gekommen.
  • Hauptanteil daran hat das Musik-Streaming.
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Der Schweizer Musikmarkt ist 2022 zum siebenten Mal in Folge gewachsen. Wachstumsmotor blieb das Streaming, das unterdessen einen Marktanteil von 85 Prozent aufweist. Die Umsätze mit Downloads und physische Tonträgern waren weiterhin rückläufig.

Insgesamt setzte die Branche 223,7 Millionen Franken um. Das waren vier Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Branchenverband der Schweizer Musiklabels (Ifpi) am Freitag mitteilte. 73 Prozent des Gesamtumsatzes entfiel auf bezahlte Streaming-Angebote.

Das Streaming von Kurz-Videos mit Musik in den sozialen Netzwerken wie Tiktok oder Facebook legte um 81 Prozent zu und brachte einen Umsatz von 12,9 Millionen Franken.

Zusammen mit den Videos namentlich auf Youtube setzte das werbefinanzierte Musikstreaming im vergangenen Jahr 24 Millionen Franken um, was elf Prozent des Schweizer Musikmarkts entspricht.

Streaming übertrifft physische Tonträger

Somit übertraf es erstmals die physischen Tonträger wie Vinyl und CD. Deren Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf 21,4 Millionen Franken. Der Marktanteil belief sich auf noch zehn Prozent. Nach zwölf Jahren mit einem leichten Aufwärtstrend sank dabei der Umsatz mit Vinyl-Platten um sechs Prozent auf 4,5 Millionen Franken.

Die Ifpi-Geschäftsleitung zeigte sich gemäss Communiqué zufrieden mit dem Geschäftsverlauf. Die Umsätze auf den sozialen Netzwerken lägen zwar noch auf relativ tiefem Niveau, würden aber stark wachsen. Diese Entwicklung sei positiv, da sie die Abhängigkeit der Musikindustrie von einzelnen Plattformen schwäche und auf ein breiteres Fundament stelle.

Die Ländergruppe Schweiz des internationalen Branchenverbands Ifpi hat nach eigenen Angaben rund 40 Mitglieder. Sie repräsentieren 90 Prozent des einheimischen Musikmarkts. Ifpi Schweiz ist unter anderem Inhaberin und Auftraggeberin der offiziellen Hitparade, der Airplay-Charts und der Swiss Music Awards.

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