Schweizer Familien geht es im internationalen Vergleich gut

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Luzern,

    Neue Studie zeigt: Schweizer Familien sind glücklich, wohlhabend und flexibel – trotz niedriger Staatskosten.

    schweizer familien
    Trotz deutlich geringerer öffentlicher Ausgaben für Familienpolitik steht die durchschnittliche Familie in der Schweiz im Vergleich zu ihren Nachbarländern gut da. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Schweizer Familien sind laut einer Studie wohlhabend, zufrieden und sozial mobil.
    • Eltern arbeiten mehr und haben weniger Kinder – klassische Rollenbilder ändern sich.
    • Familienpolitik soll gezielt Schwächere unterstützen – nicht pauschal ausgebaut werden.

    Schweizer Familien sind im internationalen Vergleich gut situiert, zufrieden und sozial mobil. Die Armutsquote bei Haushalten mit Kindern liegt bei rund 6 Prozent und damit europaweit sehr tief. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik.

    Auch der Einfluss der Herkunft auf das spätere Einkommen sei seit 40 Jahren stabil und im internationalen Vergleich gering.

    Das heisst es in einer Mitteilung vom Montag zur Studie «Evidenzbasierte Familienpolitik in der Schweiz: Was wirkt wie?» des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) der Universität Luzern.

    Die Studie habe überdies eine hohe Lebenszufriedenheit bei Familien in der Schweiz ergeben.

    Junngfreisinnige Familienpolitik
    Laut der Studie soll sich die Familienstruktur in den letzten dreissig Jahren gänzlich verändert haben. (Symbolbild) - keystone

    Die Ergebnisse würden somit einer verbreiteten Meinung widersprechen, dass es Ländern mit stärker ausgebauter staatlicher Unterstützung grundsätzlich besser gehe.

    Bemerkenswert sei nämlich, dass die Schweiz diese Ziele mit deutlich tieferen Staatsausgaben als viele Nachbarländer erziele.

    Deutschland, Frankreich, Österreich oder die Niederlande wenden rund drei bis fünf Prozent ihrer öffentlichen Ausgaben für Familienpolitik auf. Die Schweiz liegt hingegen seit Jahrzehnten bei ein bis zwei Prozent.

    Familienstrukturen und Lebensrealitäten haben sich der Studie zufolge in den letzten drei Jahrzehnten grundlegend verändert.

    Eltern verfügten heute über ähnlich hohe Bildungsabschlüsse. Die Mehrheit der Mütter sei erwerbstätig mit steigenden Arbeitspensen und Familien hätten im Durchschnitt weniger Kinder.

    Andere Rollenbilder

    Entsprechend hätten sich auch die Rollenbilder verschoben: Das klassische Ein-Ernährer-Modell sei für die Mehrheit der Familien nicht mehr prägend.

    Dieser gesellschaftliche Wandel habe auch die Erwartungen an die Familienpolitik verändert. Vor der Jahrtausendwende hätten familienpolitische Massnahmen in erster Linie der finanziellen Absicherung gedient.

    Heute würden hingegen Rahmenbedingungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf an Bedeutung gewinnen.

    Bist du mit deinem Leben zufrieden?

    Diese Entwicklung spiegelt sich laut der Studie auch in den öffentlichen Haushalten wider. Der Anteil familienbezogener Ausgaben an den Gesamtausgaben von Kantonen und Gemeinden hat sich mehr als verdoppelt: Seit dem Jahr 2000.

    Die Studienautoren warnen allerdings, dass ein pauschaler Ausbau familienpolitischer Leistungen nicht angezeigt sei.

    Sinnvoll seien gezielte Anpassungen zugunsten benachteiligter Kinder, Alleinerziehender und einkommensschwacher Haushalte: «Ohne den bestehenden, funktionierenden Rahmen zu überdehnen».

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4553 (nicht angemeldet)

    Früher hat man nach dem Einkommen gelebte, heute wird nur noch 80% gearbeitete und alles muss nach dem neusten Stand sein. 3 mal Ferien, jeder 2. Jahr ein neues Auto usw.

    User #2627 (nicht angemeldet)

    Es ist schon fraglich, wie nahe die Autoren dieser sog. Studie bei den Familien wirklich waren. Fakt ist: Die kinderreichen Familien kämpfen in der Schweiz ums wirtschaftliche Überleben und gegen das Abgleiten in die Sozialhilfe.

    Weiterlesen

    2 Interaktionen
    Winterthur
    Armut Schweiz
    16 Interaktionen
    Strategie
    Armut Schweiz Kinder
    58 Interaktionen
    Zahlen
    Quickline
    13 Interaktionen
    Tipps für den Alltag

    MEHR AUS STADT LUZERN

    Museum Luzern
    1 Interaktionen
    Luzern
    Luzern
    1 Interaktionen
    Luzern
    Museum Luzern
    Luzern
    Luzern
    Luzern