Russischer Agent in der Schweiz zur Verhaftung ausgeschrieben

    Simon Huber
    Simon Huber

    Bern,

    Nach einem Entscheid des EJPD und EDA hat die Bundesanwaltschaft den russischen Diplomaten, der Waffen kaufen wollte, national zur Verhaftung ausgeschrieben.

    botschaft
    Ein russischer Diplomat, der in der Botschaft in Bern tätig war, versuchte, Waffen zu kaufen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein russischer Diplomat hat in der Schweiz versucht, Waffen zu kaufen.
    • Aufgrund seiner diplomatischen Immunität konnte nicht gegen den Agenten ermittelt werden.
    • Nach einem Entscheid des EDA und EJPD wird nun strafrechtlich vorgegangen.

    Kurz vor der Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock sorgte eine Schlagzeile für Aufruhr: Ein russischer Agent soll in der Schweiz versucht haben, Waffen und giftige Stoffe zu beschaffen.

    Der Beschuldigte arbeitete demnach als Diplomat in der russischen Botschaft in Bern. Der «Tages-Anzeiger» ordnet den Vorfall als einen der schwersten Geheimdienstfälle der Schweizer Geschichte ein.

    Departemente von Jans und Cassis müssen entscheiden

    Der Spion genoss aufgrund seiner Tätigkeit in der russischen Botschaft Immunität. Dadurch konnte nicht gegen den Diplomaten ermittelt werden. Das kann sich nur durch einen Beschluss des Justizdepartments (EJPD) und des Aussendepartments (EDA) ändern.

    So beantragte die Bundesanwaltschaft eine Ermächtigung für ein Strafverfahren. Dies, wegen des Verdachts auf Widerhandlung gegen das Güterkontrollgesetz, das Kriegsmaterialgesetz und das Embargogesetz.

    Nach einem solchen Antrag können die Departemente von Jans und Cassis entscheiden, ob es zu einem strafrechtlichen Verfahren kommen soll. Und dieser Entscheid ist nun gefallen!

    Immunität des verdächtigen Diplomaten ist erloschen

    «Die Ermächtigung wurde in diesem Fall genau vor einer Woche erteilt», teilte das zuständige EJPD der Zeitung mit. Zudem habe das EDA keinen Einwand dagegen gehabt.

    Sollte die Schweiz die diplomatischen Beziehungen mit Russland verbessern?

    Des Weiteren berichtet die Zeitung, dass die diplomatische Immunität des Verdächtigen erloschen sei. Nun hat die Bundesanwaltschaft den Diplomaten national zur Verhaftung ausgeschrieben. Bei politischen Straftaten ist eine internationale Ausschreibung nicht möglich.

    Zudem ermittelt die Bundesanwaltschaft gegen zwei weitere russische Agenten.

    Kommentare

    User #2766 (nicht angemeldet)

    Es gibt keine Spione in der Schweiz ausser den 8.5 Mio. Einwohner

    User #4704 (nicht angemeldet)

    Die Schweiz ist ein Willkür-Staat geworden. Gesetze werden innerhalb des Bundesrates kreiert, geändert oder missachtet. Gerade wie es dem Bundesrat gefällt. Volk und Parlament werden nur noch äusserst selten mit einbezogen. Das ganze hat zur Corona-Zeit erheblich zugenommen und ist nun zur Normalität geworden. Man möchte meinen, unsere Bundesräte seien Könige oder Diktatoren. Und das Parlament schweigt. Egal welche politische Farbe. Und nicht nur in diesem hier beschriebenen Fall.

    Weiterlesen

    Stadt Bern
    104 Interaktionen
    Kurz vor Bürgenstock
    Sergej Netschajew, russischer Botschafter in Berlin.
    16 Interaktionen
    Gefährlicher Schritt
    Russland Ölraffinerie
    35 Interaktionen
    Nach Drohnenangriff

    MEHR AUS STADT BERN

    SCB
    Zweiter Mutzen-Sieg
    3 Interaktionen
    Nicht gesetzeskonform
    3 Interaktionen
    3 Betriebe betroffen