Stadt Zürich

    Kontrovers: Russische Sängerin Netrebko tritt in Zürich auf

    Tilda Pfau
    Tilda Pfau

    Zürich,

    Anna Netrebko singt ab November 2025 am Zürcher Opernhaus. Das Engagement sorgt für Diskussionen aufgrund ihrer früheren Nähe zu Russland.

    Anna Netrebko
    Die russische Sopranistin Anna Netrebko tritt 2019 am Wiener Opernball auf. - Keystone

    Die russische Sopranistin Anna Netrebko kehrt im November 2025 auf die Bühne des Zürcher Opernhauses zurück. Sie übernimmt die Rolle der Leonora in Verdis «La forza del destino». Intendant Matthias Schulz betont gegenüber den Medien, Netrebko habe sich klar vom Ukraine-Krieg distanziert und seit 2022 nicht mehr in Russland aufgetreten.

    Ihr Engagement in Zürich folgt auf abgesagte Konzerte in Luzern 2024, wo Behörden Sicherheitsbedenken äusserten. Schulz verweist darauf, dass Netrebko seit Kriegsbeginn ausschliesslich auf pro-ukrainischen Bühnen gastierte, etwa in Berlin und Mailand.

    Russische Sopranistin tritt nach letztjähriger Absage in Luzern wieder in der Schweiz auf

    Die Zürcher Kulturverantwortlichen sehen keine Notwendigkeit, Netrebko auszuladen. «Künstler dürfen nicht zu Sündenböcken gemacht werden», so Intendant Schulz. Er habe sich persönlich mit ihr über die Ukraine-Frage ausgetauscht und ihre Distanzierung zu Putin als ausreichend erachtet.

    Übernimmt 2025 die Intendanz am Opernhaus Zürich: Matthias Schulz.
    Übernahm 2025 die Intendanz am Opernhaus Zürich: Matthias Schulz. - sda - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

    In Luzern wurde ein Konzert 2024 kurzfristig abgesagt, nachdem Stadt und Kanton «öffentliche Ordnungsrisiken» durch Proteste befürchteten. Die Absage erfolgte parallel zur Ukraine-Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock, wie «Good News Productions AG» bestätigt.

    Künstlerische Leistung im Fokus

    Netrebkos jüngster Erfolg als Leonora an der Mailänder Scala 2024 unterstreicht ihre künstlerische Relevanz. Die «Aargauer Zeitung» beschreibt ihren Sopran als «dunkel-violett funkelnd» und «in den Höhen beneidenswert beweglich». In Zürich wird ihr Ex-Mann Yusif Eyvazov als Partner auf der Bühne stehen.

    Findest du, man sollten Kunst und Politik trennen?

    Trotz Kritik an früheren Kreml-Auftritten setzen europäische Opernhäuser vermehrt auf ihre Präsenz. London, Berlin und Mailand engagieren sie wieder, begleitet von vereinzelten Protesten ukrainischer Aktivisten.

    Anna Netrebkos Zürcher Engagement markiert eine Rückkehr in die Schweizer Kulturszene nach kontroversen Jahren. Während Intendanten ihre künstlerische Integrität betonen, bleiben politische Vorbehalte bestehen. Die Debatte über Kunst und Politik dürfte ihre Auftritte weiter begleiten.

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    Kommentare

    User #7800 (nicht angemeldet)

    Ich finde - für den Frieden sollten alle sein und Sport und Musik sollte frei bleiben und das gemeinsame sogar fördern

    User #4024 (nicht angemeldet)

    Gut , dass solcher Schwachsinn-Kommentar die Leute nicht im Geringsten daran hindert, eine solche super Veranstaltung zu geniessen.

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