EU

    Röstigraben durch die Mitte-Partei bei Voten zu EU-Paket

    Keystone-SDA
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    Bern,

    In der Debatte zum EU-Vertragspaket im Ständerat zeigt sich ein Sprachgraben innerhalb der Mitte-Partei: Während alle bisher aufgetretenen Westschweizer und Tessiner Mitte-Mitglieder für die Vorlage plädierten, äusserten mehrere Deutschschweizer Mitte-Mitglieder grosse Zweifel.

    eu-vertragspaket
    Mehrere Mitte- und FDP-Mitglieder im Ständerat plädieren für ein Ja zum EU-Vertragspaket. - keystone

    Die Urner Mitte-Ständerätin Heidi Z'graggen (UR) sprach sich ebenso gegen die Verträge aus wie der Oberwalliser Mitte-Vertreter Beat Rieder und der Innerrhoder Mitte-Politiker Daniel Fässler. Sie kritisierten insbesondere die dynamische Rechtsübernahme und befürchteten, dass die EU die Schweiz bei Streitfällen bestrafen könnte.

    Alle Westschweizer und Tessiner Mitte-Rednerinnen und -Redner und auch weitere Deutschschweizer Mitte-Politikerinnen und -Politiker stützten die neuen Abkommen, wenn teilweise auch mit Vorbehalten. Die Aargauerin Marianne Binder-Keller hielt fest, dass die Bilateralen ein Update bräuchten, das nun vorliege.

    Von der FDP stellte sich bisher nur der Bündner Martin Schmid gegen ein Eintreten auf die Vorlage. Die Schwyzerin Petra Gössi, der Luzerner Damian Müller sowie der Waadtländer Pascal Broulis sprachen sich dafür aus.

    Prominente FDP-Politiker wie beispielsweise Co-Parteipräsident Benjamin Mühlemann (GL), der frühere Parteichef Thierry Burkart (AG) sowie Andrea Caroni (AR) und Josef Dittli (UR) äusserten sich in der Eintretensdebatte nicht. Insgesamt legten nur vier von zwölf FDP-Mitgliedern im Ständerat ihre Karten auf den Tisch.

    Insgesamt äusserten sich – Sitzungsleiter Stefan Engler (Mitte/GR) und Kommissionspräsident Carlo Sommaruga (SP/GE) inklusive – während der über fünfstündigen Eintretensdebatte 31 der 46 Ständerätinnen und Ständeräte zum EU-Vertragspaket. Unter den «Abwesenden» waren neben den zahlreichen FDP-Mitgliedern der Fraktionslose Daniel Jositsch (ZH), Grünen-Ständerat Mathias Zopfi (GL) sowie SP-Vertreter und Gewerkschaftschef Pierre-Yves Maillard (VD).

    Kommentare

    User #5875 (nicht angemeldet)

    Wie kann ich weiterhin meine Mitte Partei wählen, wenn Leute wie Ständerätin Z'graggen gegen eine gut geregelte Partnerschaft mit den europäischen Nachbarn sind? Ihre Wahrnehmung, dass wir die tausenden internationalen Verflechtungen besser mit unseren alten Gesetzen aus dem letzten Jahrhundert regeln können, als mit neuen Verträgen und Regeln und auf Augenhöhen mit über 30 EU und Efta Staaten, macht mir und meinen Kindern Angst.

    User #3926 (nicht angemeldet)

    Das wird sich auch nicht ändern, wenn ihr die Eidgenossenschaft nicht zerstören wollt!

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