Appenzellerland

    «Polizei war überrascht, dass es keine Lärmbeschwerde gab»

    Stefanie Rohner
    Stefanie Rohner

    Herisau,

    An zwei Wochenenden fand in Herisau das Appenzeller Kantonalturnfest statt. Silvan Buff zieht Bilanz.

    Schlussfeier
    Der TV Gais präsentiert an der Schlussfeier eine spektakuläre Aufführung. - Lorenz Reifler

    Ein Tag nach Abschluss des Appenzeller Kantonalturnfestes Herisau klingt Silvan Buff vom Führungsausschuss und Wettkampfleitung äusserst zufrieden und glücklich.

    «Ich blicke mit überwältigenden positiven Gefühlen auf die beiden Turnfestwochenenden. Es war wunderschön», schwärmt Buff.

    Von grösseren Zwischenfällen sei man verschont geblieben. «Es gab die üblichen Sportverletzungen und während des Festes kam es leider noch zu einer kleineren Sachbeschädigung», so Buff.

    Zudem sei eine Lärmbeschwerde eingegangen, diese konnte mit der Polizei aber schnell bereinigt werden. «Es kann schnell mal laut werden. Die Polizei war positiv überrascht, dass sie am ersten Wochenende keine Lärmbeschwerde erhalten haben», meint Buff und lacht.

    Es gäbe praktisch keine Turnfeste ohne Lärmbeschwerden, das gehöre dazu. «Zum Glück kann man miteinander sprechen», sagt Buff.

    OK näher zusammengerückt

    Rund 6500 Turnerinnen und Turner waren am zweiten Wochenende in Herisau – die Wettkämpfe liefen, wie schon am ersten Wochenende fair ab.

    Silvan Buff
    Silvan Buff vom Führungsausschuss und Wettkampfleitung zieht Bilanz. - pd

    Für Buff und das OK gab es viele Momente, die in Erinnerung bleiben, «Schön war, zu merken, wie das OK und die Helfenden wie Zahnräder ineinander gegriffen haben. Alle haben gut miteinander gearbeitet, es war kooperativ und niemandem ist die Lust vergangen», meint er.

    Das OK sei bis zum Abschluss des Turnfestes noch näher zusammengerückt. Buff zeigt sich ausserdem zufrieden mit der Anzahl Besucherinnen und Besucher.

    «Am Samstag war das Festzelt voll, aber immer noch angenehm. Auch das gute Wetter hat uns in die Karten gespielt, sodass viele Besucher auch zu den Wettkämpfen kamen», sagt Buff.

    Zeitplan ist aufgegangen

    Die Vorbereitung eines solchen Grossanlasses dauert Jahre: Ab wann hat man als OK das Gefühl, dass alles greift? Für das OK war es der erste Anlass dieser Grössenordnung.

    «Wir hatten von Beginn an Vertrauen in uns, dass alles gut kommt. Aber das es so gut laufen würde, konnten wir nicht wissen. Wir sind mit einer gesunden Ehrfurcht gestartet», sagt Buff. Die Schnittstellen zwischen den Ressorts und den Helfenden hätte reibungslos funktioniert.

    «Auch der gesetzte Zeitplan ist perfekt und ohne grössere Verzögerungen aufgegangen. Bei einem so straffen Zeitpunkt müssen alle Beteiligten pünktlich sein. Und darauf war Verlass», sagt Buff.

    Während eines solchen Grossanlasses kann es immer wieder mal dazu kommen, dass das OK plötzlich auf Gegebenheiten reagieren muss. Das kam aber selten vor.

    «Am ersten Wochenende ist uns das Resultaterfassungstool ausgefallen, da es überlastet war. Da wir aber wussten, dass die Technik ein Risikofaktor darstellt, konnten wir schnell reagieren und das Problem beheben», sagt Buff.

    In der Zwischenzeit hätten die Wettkampfleiter und Schiedsrichter zügig auf Papier umgestellt, die Resultate konnten nachgetragen werden.

    Viele Erfahrungen gesammelt

    Die Helferinnen und Helfer spielten beim reibungslosen Ablauf des Turnfestes natürlich auch eine zentrale Rolle. «Im Grossen und Ganzen hat die Anzahl Helfende ausgereicht. Je nach Ressort kam aber schon vor, dass es kurzweilig mal hektisch wurde und man etwas am Anschlag lief», sagt er.

    Besuchst du gerne Turnfeste?

    Wenn er und das OK auf die Planung zurückblicken, würden sie zwar gewisse strukturelle Verbesserungen vornehmen. «Einfach damit die OK-Mitglieder besser schlafen können vor dem Fest», sagt Buff und lacht.

    Ansonsten zeigt sich das OK aber positiv. «Das Endresultat spricht dafür, dass wir eine gute Planung hatten – wir haben viele positive Rückmeldungen und Komplimente erhalten – direkt vor Ort und im Nachgang per Mail.»

    Die persönlichen Rückmeldungen haben Buff sehr berührt. «Spätestens dann fielen der Druck und der Stress weg.» Das Fest und dessen Organisation haben Silvan Buff viel gegeben.

    «Ich durfte viele Erfahrungen sammeln und kann nur empfehlen, so etwas einmal zu machen.» Das nächste kantonale Turnfest ist erst in sechs Jahren wieder in Herisau, abgeneigt, wieder im OK zu sein, ist Buff nicht.

    «Aber dann dürfen auch andere Personen vorne mitmischen. Für Ratschläge wären wir sicherlich erreichbar.»

    Gemeinschaft und Fairness

    Müsste er das Appenzeller Kantonalturnfest in drei Worten zusammenfassen, wären es diese: Gemeinschaft, Fairness und Hitze.

    «Die Gemeinschaft von OK, Trägerschaft und der Turnfamilie war sehr stark. Auch das Zusammentreffen von Besuchenden und Turnenden war wertvoll», meint Buff. Auch die Fairness, die wichtig sei, sei gegeben gewesen.

    turnen
    Aus einem Training wurden viele Jahre regelmässiges Training. (Symbolbild) - keystone

    «Es gab sehr wenige Probleme, kaum Rekurse und faire Wettkämpfe.» Und ja, es sei natürlich sehr heiss gewesen – immerhin aber sei man von Unwetter und Sturm verschont geblieben am Freitag.

    «Der Regenguss kam ohnehin erst nach den Wettkämpfen, aber das war halb so wild. Die Turnenden sind ohnehin wetterfest», meint Buff.

    Am Sonntag schliesslich fand die Schlussfeier in der Eishalle des Sportzentrums mit rund 3000 Besucherinnen und Besuchern statt. Alle Turnenden kamen in der Halle ein letztes Mal zusammen.

    Im letzten Interview meinte Buff, er freue sich bei all der Vorfreude auch darauf, das Ende des Festes offiziell zu verkünden. «Das war ein sehr magischer Moment vor all den Besuchern und umgeben von den Turnenden. Am Schluss veranstalteten diese und die Trägervereine einen Flashmob», blickt Buff zurück.

    Bei all der Freude, die anstrengende Vorbereitungszeit und das Turnfest hinter sich gebracht zu haben, schwang auch einiges an Wehmut mit.

    «Wir konnten uns im OK gegenseitig auf die Schulter klopfen – und einige waren emotional in diesem Moment. Denn nicht nur der Stress war vorbei, sondern auch all das Schöne.»

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Herisauer Nachrichten» erschienen.

    Kommentare

    Partnun123

    so ist es nun mal, in Appenzell herrschen eben noch Kultur , Toleranz und Respekt. Viele Orte und Kantone könnten den Appenzellerinnen und Appenzeller diesbezüglich noch so manches abschauen. Aber eben, entweder mall will es oder dann eben nicht

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