Partydroge Lachgas verbreitet sich in St. Gallen
Lachgas wird zunehmend auch als Partydroge missbraucht. Was in Deutschland bereits voll im Trend ist, scheint langsam auch in der Schweiz anzukommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Auch in St. Gallen wird Lachgas als Partydroge konsumiert.
- Hinweise liefern entsorgte Kartuschen im öffentlichen Abfall.
- Fachstellen und Polizei beobachten die Entwicklung aufmerksam.
Lachgas wird medizinisch als Narkosemittel eingesetzt und in der Gastronomie zum Aufschäumen von Rahm verwendet. Gleichzeitig wird das Gas zunehmend zweckentfremdet und als Rauschmittel inhaliert.
In Deutschland ist Lachgas als Partydroge bereits verbreitet. Auch in der Schweiz gibt es zunehmend Hinweise auf entsprechenden Konsum. Dabei wird das Lachgas aus teils grossen Behältern in Ballone gefüllt und daraus inhaliert.

Laut dem «St. Galler Tagblatt» fanden Mitarbeitende der Stadtreinigung zuletzt in St. Gallen leere Lachgas-Behälter in Unterflurcontainern.
Noch handle es sich laut Strasseninspektor Gerald Hutter um einzelne Funde. Grössere Mengen seien bislang nicht festgestellt worden.
Experten warnen vor Risiken
In St. Gallen sei dies bisher ein punktuelles Phänomen, sagt Regine Rust von der Stiftung Suchthilfe gegenüber der Zeitung. Beobachtet werde vor allem Probierkonsum, meist im Jugendbereich und in Gruppensituationen.
Ein Blick nach Deutschland zeigt, wohin sich die Entwicklung verlagern kann. In Städten wie Berlin oder Hamburg gilt Lachgas bereits als verbreitete Partydroge.
Dort werden neben kleinen Kapseln auch grosse Kartuschen konsumiert, was zunehmend Probleme bei Gesundheit und Entsorgung verursacht.
Auch in der Schweiz warnen Fachstellen vor Risiken. Diese reichen von Schwindel und Übelkeit bis hin zu Bewusstseinsverlust. Bei häufigem Konsum kann es zu Nervenschäden kommen. «Die Sauerstoffunterversorgung ist potenziell tödlich», warnt Rust.
Rechtlich ist der Umgang mit Lachgas schwierig. Der Konsum ist nicht strafbar, der Verkauf kann jedoch eingeschränkt werden, wenn eine Zweckentfremdung offensichtlich ist.
Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen meint gegenüber der Zeitung, dass das Thema Lachgas «kaum präsent» sei. Sollte der Konsum zunehmen, würden Sensibilisierungsmassnahmen geprüft.












