Schwule, Lesben und Transmenschen verbreiten heute Sendungen via gebührenfinanzierte Lokalradios. Deshalb schalten sie sich nun in den Abstimmungskampf ein – und warnen vor einer Annahme des Anliegens.
Setting einer «Gayradio»-Sendung: Wee Sel (Musiker aus Ostermundigen), Patric Maurer (ebenfalls Musiker und Bruder von Wee Sel), Tabea Rai (Redaktorin Gayradio und Berner Stadträtin), Alex Post (Redaktor Gayradio) (v.l.n.r.).
Setting einer «Gayradio»-Sendung: Wee Sel (Musiker aus Ostermundigen), Patric Maurer (ebenfalls Musiker und Bruder von Wee Sel), Tabea Rai (Redaktorin Gayradio und Berner Stadträtin), Alex Post (Redaktor Gayradio) (v.l.n.r.). - zVg
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die LGBT-Community schaltet sich in den Abstimmungskampf zur No-Billag-Initiative ein.
  • Ein Ja zum Anliegen würde Schwulen, Lesben und Transmenschen eine «wichtige Plattform rauben», sagt Daniel Frey vom «Gayradio».
  • Dank der Ausstrahlung der Sendungen via Lokalradios würde man heute auch viele Heteros erreichen, was wichtig sei.

Noch immer geht es zwei Monate bis zur Abstimmung über die No-Billag-Initiative. Der Abstimmungskampf läuft aber bereits auf Hochtouren. Nun schaltet sich die homosexuelle Community in die Schlacht ein – und warnt eindringlich vor einer Annahme des radikalen Anliegens.

Daniel Frey, Sendeleiter des «Gayradio», sagt zu Nau: «Ein Ja würde der LGBT-Community eine wichtige Plattform rauben.» Frey und seine Mitstreiter senden rund zwölf Stunden pro Monat auf dem Berner Radio Rabe und dem Zürcher Radio LoRa – oft zur Primetime am Sonntagabend.

Kein «Gayradio» mehr in der heutigen Form

Daniel Frey ist  als Sendeleiter gegenüber Radio RaBe verantworlich für die Inhalte von «Gayradio».
Daniel Frey ist als Sendeleiter gegenüber Radio RaBe verantworlich für die Inhalte von «Gayradio». - zVg

Weil aber die beiden Sender selbst am Gebührentropf hängen, müssten diese im Falle einer Annahme «wohl den Betrieb einstellen», schreibt Frey in seinem Blog. Mit einem Lichterlöschen von Radio Rabe würde gerade die Region Bern «das letzte Medium mit tagesaktueller Berichterstattung verlieren, das nicht zu einem grossen Schweizer Medienkonzern gehört».

Als Konsequenz daraus würde es auch das «Gayradio» in der heutigen Form nicht mehr geben, so Frey. Zwar würden die Inhalte wohl weiter produziert und via Internet verbreitet, allerdings wäre dies «ein grosser Zusatzaufwand». Hinzu komme, dass die Sendungen wohl nicht mehr im gleichen Masse «heterosexuelle Mitmenschen» erreichen würden.

Für Frey ist klar: «No-Billag gefährdet die Sichtbarkeit von vielen Minderheiten, jene der Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transmenschen aber ganz besonders.»

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