Nicht gemähte Wiesen und naturnahe Gärten gefallen den Schweizern

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Die grosse Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer mit Garten pflegt diesen eher oder sehr naturnah. Das zeigte eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts gfs-zürich im Auftrag der Naturschutzorganisation Pro Natura.

    Schweizerinnen und Schweizer wünschen sich mehr Natur vor ihrer Haustür. Das hat eine Umfrage der Naturschutzorganisation Pro Natura ergeben. (Archivbild)
    Schweizerinnen und Schweizer wünschen sich mehr Natur vor ihrer Haustür. Das hat eine Umfrage der Naturschutzorganisation Pro Natura ergeben. (Archivbild) - KEYSTONE/GAETAN BALLY

    Über zwei Drittel der Befragten nehmen die Grünräume in ihrem Wohnumfeld als eher oder sehr naturnah wahr, schrieb Pro Natura am Montag. Zwei von drei Personen waren sich demnach einig, dass sich diese positiv auf die Lebensqualität auswirken. Beim Blick über die Hecke gaben 73 Prozent der Befragten an, nicht gemähte Wiesen im Nachbargarten ansprechend zu finden.

    Aus diesen Antworten liest Pro Natura ab, dass den Schweizerinnen und Schweizern naturnahe Flächen ohne Pestizide und Blumenwiesen mit einheimischen, statt gebietsfremden Pflanzen auch ästhetisch zusagen. Bei denjenigen, die angaben, naturnah zu gärtnern, lag die Motivation hauptsächlich in einem Gefühl der Verantwortung gegenüber der Umwelt und der nächsten Generation.

    Diejenigen, die sich gegen eine biodiversitätsfördernde Gartenpflege entscheiden, gaben in der Umfrage an, naturnahe Gärten würden ihnen nicht gefallen. Zudem sei ihnen eine solche Pflege zu aufwendig. Nur ein Prozent liess sich bei dieser Entscheidung von der Meinung der Nachbarn beeinflussen.

    Die repräsentative Umfrage, bei der insgesamt 1213 Personen in der Deutschschweiz, Westschweiz und im Tessin befragt wurden, vermittle laut Pro Natura wahrscheinlich aber ein zu optimistisches Bild. Jede Sekunde werde in der Schweiz über ein halber Quadratmeter Boden versiegelt – jährlich verschwinde etwa ein Prozent der Grünflächen in städtischen Gebieten.

    Gemäss der Naturschutzorganisation wird der Zustand der Biodiversität der Natur tendenziell positiver bewertet, als er tatsächlich ist. Das zeige auch ein kürzlich erschienener Bericht der «Akademie der Naturwissenschaften Schweiz»: Dem zufolge sei es um die Biodiversität im Siedlungsraum schlecht bestellt.

    Um die wieder ins Lot zu bringen, reichen gemäss Forschenden der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) die Bemühungen von Einzelpersonen nicht aus. Sie untersuchten das Vorkommen und Verhalten von bestäubenden Insekten in 24 Gärten der Stadt Zürich.

    Mit dem Resultat: Grosse Wildbienen wie Hummeln fanden auch in dicht bebauten Innenstädten den Weg zu einzelnen blühenden Gärten. Schwebfliegen und Käfer hingegen waren in solchen Quartieren seltener anzutreffen, unabhängig vom Blütenangebot im einzelnen Garten. Trotzdem könne auch im eigenen Garten viel erreicht werden, hiess es seitens des WSL.

    Bemühungen um Biodiversität seien immer lohnenswert, auch auf kleiner Fläche.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2073 (nicht angemeldet)

    Anstands Streifen entlang den Strassen gefallen mir damit mein Hund sich Versäudern kann. Und ich es besser auf nehmen kann.

    User #9396 (nicht angemeldet)

    Auch viele 🇨🇭er werden immer bequemer u fauler.😊👋

    Weiterlesen

    thurgauer
    701 Interaktionen
    Shaming
    Rémy Wyssmann
    79 Interaktionen
    Nach Amaudruz

    MEHR AUS STADT BERN

    Berner Werkstatt Sarg
    8 Interaktionen
    In Berner Werkstatt
    «Die Gegenwart ist ein Geschenk»
    13 Interaktionen
    Fabian Ruch
    joch
    Kanton Bern