Stadt Zürich

    Neue Details bekannt: Brüder (8 und 11) waren 3h eingesperrt

    Stephan Felder
    Stephan Felder, Sina Barnert

    Zürich,

    Zwei schwedische Brüder wurden in Zürich aus einer verschlossenen Wohnung befreit. Zuvor gab es jahrelang Hinweise auf ihre Gefährdung.

    Brüder
    Zwei schwedische Brüder wurden in Zürich ein einer Wohnung festgehalten. (Symbolbild) - pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zwei schwedische Brüder wurden in Zürich aus einer verschlossenen Wohnung befreit.
    • Seit 2019 gingen in Schweden insgesamt 26 Gefährdungsmeldungen zu den Kindern ein.
    • Heute leben die Brüder in Schweden in einer betreuten Einrichtung ohne Kontakt zu ihren Eltern.

    Zwei Buben im Alter von acht und elf Jahren sind in Zürich aus einer verschlossenen Wohnung befreit worden.

    Das berichtet die schwedische Tageszeitung «Dagens Nyheter» unter Berufung auf Polizei- und Gerichtsunterlagen.

    Die Brüder sollen mehrere Stunden allein und ohne Wasser in der Wohnung gewesen sein.

    Als die Zürcher Polizei die Wohnung im Februar 2026 öffnete, rannten die Kinder laut «Dagens Nyheter» sofort in die Küche.

    Dort tranken sie mehrere Gläser Wasser. Im Zimmer habe es nach Urin gerochen, die Luft sei abgestanden gewesen.

    «Die Fenster des Zimmers waren mit einem Brett vernagelt»

    Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich hat die Vorfälle gegenüber Nau.ch bestätigt und hat weitere Details bekanntgegeben.

    Demnach habe der Vater die Wohnung im Feburar 2026 gegen 16.30 Uhr verlassen. Über die missliche Lage der beiden Jungen sei man aufgrund eines Hinweises gestossen, so die Staatsanwaltschaft.

    «Die Fenster des Zimmers waren mit einem Brett vernagelt und die Zimmertür war verschlossen», so die Staatsanwaltschaft. «Den Kindern standen im Zimmer kein Wasser und lediglich eine Packung Toastbrot zur Verfügung.»

    Vater wurde in der Schweiz verurteilt

    Die Kinder hätten gegen 19.30 Uhr, also drei Stunden nach dem Weggang des Vaters, befreit werden können. Dieser sei dann erst gegen 22.40 Uhr zurückgekommen und sei augenblicklich festgenommen worden.

    Ihm sei wegen der Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht der Prozess gemacht worden. «Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt», so die Staatsanwaltschaft.

    Der Vollzug der Strafe sei jedoch aufgeschoben und zu einer Probezeit von zwei Jahren festgesetzt worden.

    26 Gefährdungsmeldungen seit 2019

    Die Geschichte der Familie reicht jedoch deutlich weiter zurück. Bereits 2019 ging in Schweden eine erste Gefährdungsmeldung zum damals dreijährigen älteren Bruder ein.

    Danach folgten weitere Meldungen von Kindergarten, Schule und Polizei. Insgesamt gingen laut «Dagens Nyheter» 26 Meldungen beim schwedischen Sozialdienst ein.

    Eltern
    Der Kontakt zu beiden Eltern wurde vollständig abgebrochen. (Symbolbild) - keystone

    Rund 15 Untersuchungen zur Situation der Kinder wurden eingeleitet.

    2022 erhielt die Mutter das alleinige Sorgerecht. Aus Gerichtsunterlagen geht laut der Zeitung hervor, dass der ältere Bub wiederholt hungrig und niedergeschlagen zur Schule kam. Er soll zudem nach Urin gerochen haben.

    Ende 2023 eskalierte die Situation. Nach einem Streit mit der Schule soll die Mutter Mitarbeitende bedroht haben.

    Die Schule erteilte ihr daraufhin ein Hausverbot, engagierte einen Sicherheitsdienst und musste dreimal die Polizei rufen.

    Familie zieht in die Schweiz

    Im Mai 2024 erschien der heute elfjährige Bub zum letzten Mal in seiner schwedischen Schule.

    Als bekannt wurde, dass die Familie in die Schweiz ziehen wollte, reagierten die schwedischen Behörden.

    Der Sozialausschuss verhängte zunächst ein Ausreiseverbot für die beiden Brüder. Zudem beantragte er, die Kinder in staatlicher Obhut unterzubringen.

    Hast du schon einmal eine Gefährdungsmeldung bei der Kesb gemacht?

    Doch beide Massnahmen wurden kurz darauf wieder zurückgezogen. Laut den von «Dagens Nyheter» eingesehenen Unterlagen geschah dies, nachdem die Familie bereits in die Schweiz gezogen war.

    Später erklärte die Mutter, die Kinder seien nach Dubai gezogen und lebten dort bei Verwandten.

    Heute leben die beiden Brüder wieder in Schweden. Sie sind gemeinsam in einer betreuten Einrichtung untergebracht. Der Kontakt zu beiden Eltern wurde vollständig abgebrochen.

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    Innovation
    9 Interaktionen
    Mega-Busse
    Drogen
    18 Interaktionen
    Zürich
    Horro
    283 Interaktionen
    «Kesb-Meldung»

    MEHR AUS STADT ZüRICH

    1 Interaktionen
    Zürich
    2 Interaktionen
    Zürich
    Bamert
    86 Interaktionen
    Züri-Politiker sauer
    Carlabelle Kolumne Carla Welti
    90 Interaktionen
    Meilen sammeln