Mörschwil SG: So geht es dem Hof-Besitzer nach Feuer-Inferno
Zwei Scheunen des Hofs von Roman Schildknecht in Mörschwil SG sind nach einem Brand zerstört. Der emotionale Schaden sei riesig.

Das Wichtigste in Kürze
- Lichterloh brannte der Hof von Roman Schildknecht in Mörschwil SG.
- Zwei Scheunen sind nur noch Asche.
- Doch die beiden Brüder wollen nun positiv nach vorne blicken.
Fünf Pferde stehen regungslos vor ihrem Stall im Weiler Beggetwil in Mörschwil SG. Es ist ein wunderschöner, sonniger Herbstmorgen am vergangenen Montag. Alles wirkt friedlich. Alles wirkt normal. Doch der Schein trügt.
Dort, wo am Samstagmorgen noch das Leben pulsierte, stehen heute nur noch verkohlte Balken. Dort, wo am Samstagmorgen zwei Scheunen in Vollbrand standen, herrscht jetzt nur noch Stille. Vor der Brandruine stehen Roman Schildknecht, sein Bruder, der Vater der beiden und der Postbote.

Der Geruch von verkohltem Holz liegt noch in der Luft, verbrannte Balken ragen wie Mahnmale in den blauen Himmel. «Der emotionale Schaden ist riesig», sagt Roman Schildknecht gegenüber der St. Galler Nachrichten.
Seine Stimme ist ruhig, er wirkt relativ gelassen und «guter Dinge», wie er sagt. Doch ab und an wirkt seine Stimme etwas brüchig. «Wir beginnen nicht wieder bei null, aber bei etwa 30. Das ist kein schönes Gefühl. Aber nun müssen wir vorwärts schauen.»
Der Anruf, der alles veränderte
Beide Brüder waren nicht zu Hause, als das Telefon am Samstagmorgen bei Roman Schildknecht klingelte. «Ein Nachbar und eine Kundin wurde auf das Feuer aufmerksam, alarmierte die Feuerwehr und alarmierten die Bewohner im Wohnhaus, das Haus zu verlassen», erinnert sich Roman. Die Nachricht traf ihn wie ein Schlag.
«Ich konnte mich emotional ein wenig auf das Bild, welches ich antreffen werde, vorbereiten.» Doch die Vorbereitung nahm ihm nicht den Schmerz, als er vor seinem brennenden Hof stand. Rund 80 Feuerwehrleute rückten am Samstagmorgen gegen 8.15 Uhr an.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand die erste Scheune bereits in Vollbrand. Das Feuer griff rasch auf eine zweite Scheune über. «Die Feuerwehr hat einen super Job gemacht», betont Roman Schildknecht.
«Die Feuerwehr konnte aufgrund ihres professionellen und schnellen Handelns die Ausbreitung des Feuers auf die anderen Häuser verhindern. Darüber sind wir extrem froh.»
Schildknecht schildert, was in jenem Moment in seiner Frau vorging. Sie war seit Ausbruch des Feuers vor Ort: «Sie sagte mir, dass wenn es lichterloh brennt, sich jede Sekunde, in der die Feuerwehr den Brand noch nicht bekämpft, sich wie eine Ewigkeit anfühlt.»
Seine Frau musste mitansehen, wie die Einsatzkräfte eintrafen, Schläuche ausrollten und sich für den Einsatz positionierten – während die Flammen weiter um sich griffen.
Es sei kein Vorwurf an die Feuerwehrmänner. Aber es sei hart gewesen, zuzuschauen, wie die Scheunen des eigenen Unternehmens niederbrannten.
Ein Glück im Unglück
Trotz des Sachschadens von mehreren hunderttausend Franken atmet die Familie auf: «Wir sind einfach nur extrem dankbar, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind und das Feuer nicht auf die anliegenden Häuser übergriff.»
Alles andere lasse sich regeln, so Roman Schildknecht. «Wir gehen nicht davon aus, dass der Brand existenzbedrohend ist. In der Schweiz ist man verhältnismässig gut versichert. Und darauf zählen und hoffen auch wir.»
Früchtekulturen nicht betroffen
Der Hofbesitzer und sein Bruder sind Kämpfer. «Ich bin einfach ein positiver Mensch. Darum heisst es jetzt 'nach vorne schauen'», sagt Roman.
Der direkte Früchteverkauf auf dem Hof ist zwar vorerst nicht mehr möglich, doch die Familie blickt optimistisch in die Zukunft: «Wir sind davon überzeugt, dass wir im Frühling 2027 wieder unsere Kundinnen und Kunden auf dem Hof bedienen können.»

Denn trotz des Schicksalsschlags haben die beiden Brüder einen Lichtblick: «Unsere Früchtekulturen sind auf dem Feld. Sie sind nicht vom Brand betroffen. Darüber sind wir froh.»
Grosse Anteilnahme
Die Anteilnahme der Kundschaft ist gross, wie Roman sagt. «Wir wollen uns über die Anrufe und Zuschriften bedanken. Gleichzeitig bitten wir um Verständnis, dass wir nicht jede Mail und jedes SMS beantworten können.»
Roman und sein Bruder sind überwältigt von der Solidarität, doch die Aufarbeitung des Brands fordert nun ihre Energie. «Natürlich könnten wir die Situation dramatisieren, aber das tun wir nicht. Wir sind guter Dinge und schauen nach vorne.»
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.












