Mit Lautsprecher: Polizei holt Zürcher von gefrorenem See
Die eisigen Temperaturen sorgen für gefährlichen Leichtsinn. Trotz Absperrungen wagen sich Zürcher Jugendliche auf die brüchige Eisfläche des Glattpark-Weihers.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Zürcher Glattpark-Weiher ist von einer dünnen Eisschicht überzogen.
- Das hält Jugendliche nicht davon ab, leichtsinnig über das brüchige Eis zu spazieren.
- Die Behörden warnen vor einem Einbruch. Es sei «lebensgefährlich».
Die Kälte hat die Schweiz fest im Griff. Zum Wochenstart brachte eine eisige Wetterfront nicht nur klirrende Temperaturen und weiss überzogene Landschaften, sondern offenbar auch jede Menge Leichtsinn.
Auf dem zugefrorenen Glattpark-Weiher ZH tummeln sich zahlreiche Jugendliche. Nau.ch-Bilder zeigen jedoch deutlich: Der See ist nicht durchgehend gefroren. Das Eis trägt nur stellenweise, dazwischen sind offene Wasserstellen zu sehen.
Doch die Gefahr scheint vielen nicht bewusst zu sein. Trotz polizeilicher Absperrungen laufen zahlreiche Jugendliche weiter über die Eisfläche.
Stadtpolizei rückt mit Lautsprecher aus
Cirillo Pante, Vorstand Bevölkerungsdienste der Stadt Opfikon, bestätigt das gegenüber Nau.ch. «Übers Wochenende waren vermehrt Personen auf dem Eis», sagt Pante.
Er warnt eindringlich: «Die Bevölkerung kennt die Regeln nicht, eine zugefrorene Wasserfläche muss freigegeben sein, für das braucht es eine spezifische Ausschilderung.» Ohne diese gilt ein absolutes Betretungsverbot.
Die jungen Menschen scheint das jedoch nicht gross zu kümmern. Pante erinnert sich: «Die Stadtpolizei Opfikon ist am Wochenende ausgerückt und hat per Lautsprecher etwa zweieinhalb Stunden lang die Leute vom Eis geholt.»
Polizei warnt: «Es ist lebensgefährlich»
Doch die Massnahmen der Behörden reichen offenbar nicht. «Am Montagmorgen hat das Bauamt nochmals Schilder angebracht», so Pante.
Doch er gibt zu bedenken: «Alle Gewässer lassen sich nicht absperren, man appelliert an die Vernunft der Bevölkerung.»
Gefährlich sei vor allem der Nachahmungseffekt, betont er. «Es ist lebensgefährlich, wenn man einbricht.»
Bislang musste die Stadt keine Ordnungsbussen ausstellen. Die Patrouillen seien nun aber verstärkt worden.
Manche Betroffene zeigten sich im Nachhinein sogar dankbar. Ihnen sei die Gefahr schlicht nicht bewusst gewesen, als sie das Eis betreten hätten.
«Seegfrörni» im Winter 1963
Zuletzt war ein Spaziergang über den gefrorenen See im Jahr 2012 möglich. Damit ein Gewässer freigegeben werden kann, braucht es laut Pante eine Eisdicke von mindestens sieben bis zwölf Zentimetern.
Zuvor wird das Eis sorgfältig geprüft – etwa auf Tragfähigkeit und Dichte.
Ein Spektakel war die letzte grosse «Seegfrörni» im Februar 1963. Der Begriff wird für das komplette Zufrieren eines Sees verwendet.
Nach wochenlanger Kälte strömten damals Tausende Menschen mit Schlittschuhen auf die dicke Eisdecke des Zürichsees.
















