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    Migros und Coop ziehen Fazit zur neuen Gemüse-Waage

    Karin Aebischer
    Karin Aebischer

    Zürich,

    Seit dem 1. Januar ist es bei Coop und Migros an der Waage Pflicht anzugeben, ob man die Äpfel mit oder ohne Säckli kauft. Haben sich die Kunden daran gewöhnt?

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    Mario Irminger sagt, die Branche sei stark auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen (Symbolbild). - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine neue Verordnung macht das Wägen von Früchten und Gemüse komplizierter.
    • Das neue System komme bei der Kundschaft «grundsätzlich gut an», so die Migros.
    • Es gebe aber auch «kritische Stimmen, die den Sinn der Massnahme hinterfragen».

    Kurz nach dem Jahreswechsel gab es in der Gemüse- und Früchteabteilung von Migros und Coop manch erstauntes Gesicht.

    Denn plötzlich wollte die Waage nicht nur die Nummer für die Tomaten oder Birnen wissen. Sondern auch, ob man diese unverpackt, im Raschelsäckli, im Papiersack oder im Multibag aus Stoff einkauft.

    Der Grund ist, dass der Bund die eidgenössische Mengenangabenverordnung per Anfang 2025 geändert hat.

    Die Kunden müssen neu bei ihrem Einkauf die Möglichkeit haben, das Gewicht der Verpackung abzuziehen.

    Nicht alle sehen den Sinn darin

    Nach drei Monaten wollte Nau.ch von Coop und Migros wissen, wie das neue System bei der Kundschaft ankommt. «Grundsätzlich gut», schreibt Migros-Mediensprecher Tobias Ochsenbein dazu. «Wir haben überwiegend positive Rückmeldungen erhalten und beobachten, dass viele Kundinnen und Kunden die neuen Funktionen gerne nutzen und die Transparenz schätzen.»

    Es gebe «jedoch vereinzelt kritische Stimmen, die den Sinn der Massnahme hinterfragen», so Ochsenbein.

    Auch bei Coop haben sich noch nicht ganz alle an das System gewöhnt. «Da es sich um eine Neuerung handelt, braucht es jeweils etwas Zeit», sagt Mediensprecher Thomas Ditzler auf Anfrage.

    Es zeige sich aber bereits, dass die Kundinnen und Kunden gut mit der intuitiven Bedienung zurechtkommen würden. «Unser Kundendienst verzeichnet nur ganz vereinzelte Rückmeldungen zur Neuerung an den Waagen», so Ditzler.

    Richte Taste? Migros: «Wir vertrauen darauf»

    Werden seither etwa sogar weniger Plastiksäckli benutzt, weil sich die Kundschaft ihrer Wahl stärker bewusst wird? «Dafür gibt es – Stand jetzt – keine Anzeichen», heisst es bei der Migros.

    Coop-Sprecher Ditzler erklärt lediglich, dass Coop schon seit der Einführung des Multibags Ende 2017 einen Rückgang bei der Nachfrage nach Plastiksäckli verzeichne.

    Wie findest du das neue System bei der Gemüse- und Früchtewaage?

    Das neue System basiert zudem auf Vertrauen. «Wir vertrauen darauf, dass unsere Kundinnen und Kunden die angebotenen Systeme korrekt nutzen», so Migros-Sprecher Tobias Ochsenbein. Die Migros biete «klare Anleitungen und Hilfestellungen an den Geräten» an.

    Sowohl bei Migros als auch bei Coop heisst es, das Personal sei jederzeit bereit, bei Fragen oder Unklarheiten zu helfen.

    «Etwas Bevormundendes»

    Konsumexperte Christian Fichter findet: «Dieses neue System entspricht kaum einem echten Kundenbedürfnis.» Er sei überzeugt, dass die Mehrheit der Kundinnen und Kunden das nicht wirklich wolle.

    «Die Leute wollen ihr Gemüse wiegen, Kleber drauf, fertig. Stattdessen werden sie jetzt durch ein Menü geführt, das vor allem umständlich wirkt – und selten intuitiv ist.»

    Doch für die Grossverteiler ist es wegen der neuen Verordnung nun Pflicht anzugeben, mit welchem Säckli Früchte und Gemüse gekauft werden.

    Trotzdem findet Fichter: «Psychologisch betrachtet steckt dahinter ein klassisches «Nudging»: Man wolle die Leute sanft vom Plastiksäckli weglenken. «Das mag gut gemeint sein, hat aber auch etwas Bevormundendes.»

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    Kommentare

    ChanLee

    die schlaue wage zum lachen einfach nummer mit billigster preis zb.orangen usw eingeben das merkt die nicht,an selfkasse auch nicht bei kontrolle stimmt alles

    User #2865 (nicht angemeldet)

    Was ist das Problem und was soll daran kompliziert sein? Ich hoffe nur, dass damit nun endlich auch ( vor allem) mehr Bio Ware unverpackt gekauft werden kann. Das ärgert mich ganz besonders, dass man quasi gezwungen wird vieles verpackt zu kaufen und das gilt vor allem für " umweltfreundliche" Waren.

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