Leichen im Materialraum der Bettenstation

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Toggenburg,

Im Zuge der Umbauarbeiten im Spital von Wattwil (SG) musste eine temporäre Lösung für die Leichenhalle gesucht werden. Gefunden wurde sie nun im Materialraum am Ende einer Bettenstation. Spitalangestellte bekundeten mit dieser Situation Mühe.

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Das Spital Wattwil wird derzeit umgebaut (Zeitraffer-Video) - srft.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Spital Wattwil wird umgebaut und erweitert.
  • Verstorbene werden provisorisch in einem Materialraum einer Bettenstation aufgebahrt.
  • Angestellte bekunden Mühe mit der ungewohnten Situation.

Die Situation sei im Moment «speziell», Barbara Anderegg, Leiterin Kommunikation der Spitalregion Fürstenland Toggenburg gegenüber «FM1Today». Aber das sei bei einem Umbau eigentlich immer so. «Speziell» ist im Fall des Spitals Wattwil, das auch der gekühlte Aufbahrungsraum für Leichen abgerissen wurde. Die provisorische Lösung befindet sich seit 10 Monaten in einem ungekühlten Ersatzraum, mitten auf eine Bettenstation in einen Materialraum.

So würdevoll wie möglich

Verstorbene werden deshalb aber nicht neben frischer Bettwäsche und Infusionsflaschen aufbewahrt. Beim Raum handle es sich um einen separaten Raum innerhalb des Materialraums betont Anderegg, und durch zwei Türen von der Bettenstation abgetrennt. Mit einer Bahre, Sitzgelegenheiten für Angehörige und einem Fenster mit Läden sei für die nötige Würde und Ruhe gesorgt.

«Man ist nicht ausgestellt und niemand kann reinschauen. Es ist nicht so, dass bei uns Menschen einfach in eine Abstellkammer geschoben werden. Die Menschen liegen nicht zwischen den Materialen, sondern es ist ein separater Raum, der dezent dekoriert ist», sagt Barbara Anderegg.

Angestellte hatten Mühe mit Leichen

Zudem diene das Provisorium in der Bettenstation nur als eine Art «Zwischenstation». Die Verstorbenen seien höchstens einen halben Tag in diesem Raum, bevor sie vom Bestatter abgeholt werden. Einige der Angestellten hätten sich aber schwer getan mit der ungewohnten Situation. «Vor allem, dass alles früher als geplant umfunktioniert werden musste, hat viele am Anfang gestört», bestätigt Barbara Anderegg.

Immerhin: der Raum werde nur zwei bis vier Mal pro Monat genutzt. Und mit dem Bau läuft alles optimal: Die neue Bettenstation kann ein halbes Jahr früher als geplant eröffnen – inkusive gekühlter Leichenhalle. Dann wird der jetzt zwischengenutzte Materialraum selber zur Baustelle.

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