Langstrasse 136: Ein Haus auf Zeit
Die Liegenschaft an der Langstrasse 136 ist noch bis Ende September ein Experimentierfeld. Es treffen Gastronomie, Kunst, Musik und Architektur aufeinander.

Das Haus an der Langstrasse 136 befindet sich buchstäblich zwischen zwei Zeiten. Seine bisherige Nutzung ist vorbei, die Umbauarbeiten haben noch nicht begonnen. Diesen Zwischenraum nutzen aktuell während dreier Monate verschiedene Akteurinnen und Akteure aus der Nachbarschaft.
Noch bis Ende September wird das Gebäude unter dem Namen «gap’z – zwüsche rum für idee» temporär bespielt. Die Eigentümerschaft stellt das Haus dafür mietfrei zur Verfügung. Danach sollen die Bauarbeiten beginnen.
Die Liegenschaft wird aufgestockt und erweitert. Vorgesehen sind Räume für Wohn- und Arbeitsgemeinschaften in unterschiedlichen Konstellationen. Bis dahin funktioniert das Haus als eine Art vertikales Experiment.
Auf mehreren Stockwerken treffen Gastronomie, Kunst, Musik und Arbeit aufeinander. Die einzelnen Bereiche werden von unterschiedlichen Beteiligten betrieben und kuratiert. Das Konzept soll sich nicht nur an ein Kulturpublikum richten; das Haus versteht sich auch als Treffpunkt für die Nachbarschaft.
Im Erdgeschoss und im Innenhof befindet sich die Bar «Klaus macht Feierabend». Zu sehen sind dort auch Arbeiten des Zürcher Künstlers Piero Lagonigro. Einen Stock höher kuratiert der Fotograf Arthur Heck, der selbst im Nachbarhaus wohnt, drei Ausstellungen mit Künstlerinnen und Künstlern aus seinem Umfeld.
Im zweiten Obergeschoss wird gekocht: Verschiedene Pop-up-Köchinnen und -Köche bieten dort während der Zwischennutzung Dinner und andere kulinarische Formate an. Das dritte Obergeschoss gehört der Musik. Das Lauter Kollektiv nutzt die Räume für Aufnahmen und akustische Wohnzimmerkonzerte mit jungen Musikerinnen und Musikern.
Im obersten Geschoss hat sich schliesslich vorübergehend ein Start-up junger Architekten aus der Nachbarschaft eingerichtet. In offenen Workshops gibt es Einblick in dessen Arbeit. Die verschiedenen Nutzungen sollen sich innerhalb des Hauses begegnen und vermischen.
Die Initianten beschreiben das Gebäude entsprechend als zusammenhängenden Ort, durch den sich die Besucherinnen und Besucher bewegen können, vom Getränk im Erdgeschoss über eine Ausstellung bis zu Musik oder einem gemeinsamen Essen. Neben Kultur und Gastronomie gehört auch die Diskussion über die Entwicklung der Stadt zum Programm. Jeden Mittwoch findet zum Feierabend ein Gespräch zu einem aktuellen Thema statt.
Heute Mittwoch, 19. August, 18 Uhr, dreht sich die Diskussion um das Thema «Weiterbauen vs. Ersatzneubau».
Weitere Informationen: gapz.ch
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.








