Krankenkassenverband fordert nach Prämienanstieg rasche Reformen
Als Reaktion auf den Prämienanstieg hat der Krankenkassenverband Prio.Swiss am Dienstag ein Zusammenwirken von allen Akteuren im Gesundheitswesen und der Politik gefordert. Beschlossene Reformen sollen so möglichst rasch vorangetrieben werden.

Handlungsbedarf sieht der Verband Schweizer Krankenversicherer bei der interkantonalen Spitalplanung, wie er am Dienstag mitteilte. Es seien zu wenig rasch Fortschritte erkennbar. Als Beispiel nannte Prio.Swiss die Schwyzer Spitalliste, bei der die interkantonale Abstimmung trotz vorhandener Kapazitäten ungenügend gewesen sei.
Zudem forderte der Verband die Umsetzung des zweiten Kostendämpfungspakets. Die darin enthaltenen Preisrabatte auf umsatzstarke Medikamente dürften nicht verzögert werden. Das Einsparpotenzial liege bei rund 350 Millionen Franken pro Jahr.
Auch bei der neuen ambulanten Arzttarifstruktur, die den Tarmed Anfang 2026 ablöste, sei Handeln gefordert. Die Tarifpartner müssten die Kostenneutralität einhalten und Fehlentwicklungen korrigieren. Weitere Massnahmen seien bei der Angehörigenpflege nötig. Der Bundesrat sei beauftragt, die abrechenbaren Leistungen klar zu definieren, um Missbrauch zu verhindern.
Das Bundesamt für Gesundheit hatte zuvor eine Erhöhung der mittleren Prämie um 5 Prozent in Aussicht gestellt. Diese sei «für viele Haushalte spürbar und eine Erhöhung, die sich nicht jährlich wiederholen darf», wurde Saskia Schenker, Direktorin von Prio.Swiss, in der Mitteilung zitiert.






