Kanton Baselland verschenkt Gasspeicher – doch niemand will ihn

Aurelio Gaggiotti
Aurelio Gaggiotti

Sissach,

Wenn sich bis September 2026 niemand meldet, wird die Anlage in Sissach zurückgebaut und entsorgt.

gasspeicher in sissach
Ausgedient: Der Gasspeicher aus dem Jahr 1966 in Sissach. - Kanton BL

Ein 26 Tonnen schwerer Stahlkoloss mit einem «Gratis zum Mitnehmen»-Schild: So präsentiert sich das Angebot des Kantons Baselland.

Ende Oktober des vergangenen Jahres teilte das Amt für Industrielle Betriebe mit, dass der zwölf Meter hohe und sechs Meter breite Gasspeicher bei der Abwasserreinigungsanlage Ergolz in Sissach per Sommer 2026 stillgelegt und durch einen neuen ersetzt wird.

Hat jemand Interesse, kann er den «Zeugen der jüngeren Industriegeschichte» kostenlos haben und ihm «ein neues Leben ermöglichen».

Nur: Niemand will den hellblauen Riesen mit Baujahr 1966 – nicht einmal geschenkt. Das zuständige Amt hat bis heute keine konkrete Anfrage erhalten, wie die Sprecherin der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), Andrea Tschopp, zu «OnlineReports» sagt.

Abnehmer muss Transport bezahlen

Der Mangel an Interesse lässt sich vielleicht damit erklären, dass die Abnehmerin oder der Abnehmer die Kosten für den Transport selbst tragen müsste. Dasselbe gilt für die Untersuchung auf allfällig enthaltene Schadstoffe.

Bis August 2026 ist die Anlage noch in Betrieb, danach läuft ihre Lebenszeit aus. Deadline, um den «pensionierten» Speicher abzuholen, ist Mitte September. Meldet sich bis dahin niemand, wird er zurückgebaut und entsorgt.

Um dies zu verhindern, hat der Kanton bereits Versuche unternommen: KI-generierte Bilder auf der Webseite der Bau- und Umweltschutzdirektion sollen Ideen liefern, wie der Gasspeicher weiterverwendet werden könnte.

Etwa als zweistöckiges Café, als Aquarium, oder gar als übergrosses Gewächshaus. An kreativen Ideen fehlt es also nicht.

Könntest du dir den Gasspeicher als Café vorstellen?

Der Kanton will sich in den kommenden Wochen zudem weitere Kommunikationsmassnahmen überlegen, wie BUD-Sprecherin Andrea Tschopp sagt.

***

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst im Basler Newsportal «OnlineReports» publiziert.

Kommentare

User #5037 (nicht angemeldet)

Man muss drauf schreiben Antiquität zu verkaufen……dann klauen‘s Diebe sicher unauffällig ganz schnell.🙄

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