Grösster Fund illegaler Peptide in der Schweiz in Pratteln BL
Die Polizei hat in Pratteln BL über 3200 Injektionsflaschen mit illegal importierten Peptiden sichergestellt. Es handelt sich um den bislang grössten Fund solcher Substanzen in der Schweiz, wie die Baselbieter Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Aufgrund einer Strafanzeige hat sie eine Strafuntersuchung gegen zwei Personen eröffnet. Es handelt sich um eine 38-jährige Frau und einen 34-jährigen Mann aus dem Kosovo. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beiden wegen Verdachts auf Widerhandlungen gegen das Sportförderungsgesetz und das Heilmittelgesetz, wie es im Communiqué heisst. Für beide Personen gilt die Unschuldsvermutung.
Die Polizei führte im September eine Hausdurchsuchung im Auftrag der Staatsanwaltschaft durch. Sie stiess neben den Peptiden auf umfangreiches Zubehör wie Spritzen, Verpackungsmaterial und Etiketten.
Peptid-Schwerpunktaktion dieses Jahr
Das Strafverfahren steht in Zusammenhang mit einer gemeinsamen Schwerpunktaktion des Schweizerischen Heilmittelinstituts (Swissmedic), des Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) und der Stiftung Swiss Sport Integrity (SSI). Sie kontrollierten im Juni 2026 gezielt Sendungen, bei denen der Verdacht auf illegal importierte Peptide bestand. Die Behörden stiessen dabei gemäss Angaben von SSI im Juni auf 46 Sendungen mit «dubiosen peptidhaltigen Präparaten».
Peptide sind kleine Proteinmoleküle, die nicht nur in Arzneimitteln vorkommen, sondern zunehmend auch im illegalen Handel anzutreffen sind. Sie werden über unkontrollierte Online-Kanäle zum Kauf angeboten. Dabei ist unklar, unter welchen Bedingungen sie hergestellt und gelagert wurden und ob die Angaben zu den Wirkstoffen und Konzentrationen korrekt sind, wie die Staatsanwaltschaft schreibt. Daher ist der Konsum mit erheblichen gesundheitlichen Risiken verbunden. Der Import und Handel solcher Produkte ist verboten.
Wer sie trotzdem bestellt, sucht unter anderem nach mehr Muskelmasse, weniger Körperfett, schnellerer Regeneration, gebräunter Haut, gesteigerter Libido oder einer allgemein besseren körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, wie SSI schreibt. Händlerinnen und Händler bewerben mit solchen Versprechen die Peptide im Internet. Wer solche Produkte anwendet, riskiert neben gesundheitlichen Folgen auch einen Verstoss gegen Anti-Doping-Bestimmungen im Sport, wie es weiter heisst.






