Gift im Asia-Gemüse: Jede dritte Probe fällt bei Kontrolle durch
Bei Kontrollen von Gemüse aus Asia-Läden im Kanton Solothurn sind hohe Pestizidwerte entdeckt worden. In einem Fall erstatteten die Behörden Strafanzeige.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Kanton Solothurn wurde jede dritte Probe Asia-Gemüse beanstandet.
- Die Behörden fanden zu hohe und teilweise verbotene Pestizidwerte.
- In Bohnen wurden Nikotin und das Insektizid Triazophos entdeckt.
- Gegen den verantwortlichen Importeur wurde Strafanzeige eingereicht.
Frisches Gemüse aus Asia-Läden fällt bei Lebensmittelkontrollen immer wieder wegen Pestizidrückständen auf.
Die Lebensmittelkontrolle Solothurn hat deshalb im vergangenen Jahr 38 Gemüseproben aus zehn Verkaufsstellen untersuchen lassen. Das Ergebnis fiel deutlich aus: Rund ein Drittel der Proben wurde beanstandet.

Die Produkte enthielten mehr Pestizide, als in der Schweiz gesetzlich erlaubt sind. Im Jahresbericht 2025 spricht die Lebensmittelkontrolle von einem «ernüchternden Bild».
Mehrere Pestizide gleichzeitig gefunden
Beanstandet wurden unter anderem Basilikum, Stinkdistel, Bohnen, grüne Chilis, Kardamom, Nachtschatten, Okra und Wasserspinat.
Teilweise fanden die Fachleute in einer einzigen Probe mehrere verschiedene Pestizide. Solche Mischungen sind laut Lebensmittelkontrolle besonders problematisch, weil sich Herkunft, Einsatz und mögliche Wechselwirkungen schwerer beurteilen lassen.
In einem Fall erstatteten die Behörden sogar Strafanzeige. In den untersuchten Bohnen wurden Nikotin und das Insektizid Triazophos nachgewiesen.
Eine akute Gesundheitsgefährdung für Konsumentinnen und Konsumenten konnte laut Bericht nicht ausgeschlossen werden. Die Lebensmittelkontrolle leitete deshalb umgehend Massnahmen ein und zeigte den verantwortlichen Importeur an.
Andere Regeln in asiatischen Ländern
Dass Gemüse aus Asia-Läden bei Kontrollen häufiger auffällt, hängt auch mit den unterschiedlichen Vorschriften zusammen.
«Das Problem ist, dass in anderen Ländern auch andere Pestizide verwendet werden – und auch verwendet werden dürfen», sagt der Solothurner Kantonschemiker Urs Ackermann gegenüber SRF.

Verschiedene Wirkstoffe seien in asiatischen Ländern zugelassen, in der Schweiz und der EU jedoch verboten.
Besonders schwierig werde es, wenn Geschäfte das Gemüse selbst importierten. Direkte Importe seien kompliziert und erforderten viel Fachwissen, erklärt Ackermann gegenüber dem Sender.
Eine Zunahme der Fälle stellt der Kantonschemiker zwar nicht fest. Allerdings nehme das Know-how in der Branche ab.
Konsumentinnen und Konsumenten rät er, im Geschäft nach der Herkunft der Ware zu fragen. Läden sollten Gemüse zudem über erfahrene Importeure in der Schweiz beziehen.








