Gasversorgung der Schweiz auf dem tiefsten Stand seit 2021
Die europäischen Gasspeicher sind so schwach gefüllt wie seit fünf Jahren nicht. Für die Schweiz und ihre Gasversorgung droht ein kritischer Winter.

Europas Gasspeicher sind vor dem Winter 2026/27 nur noch zu rund 58 Prozent gefüllt, wie das «SRF» berichtet. Das ist laut der Sendeanstalt der tiefste Wert im Fünfjahresvergleich.
Hauptursache ist der Iran-Krieg, der die Strasse von Hormus blockiert und so den Transport von Flüssiggas erheblich erschwert. Die hohen Preise infolge dieser Blockade führten dazu, dass Europas Speicherbetreiber Gas nur zögerlich kauften.
Die Schweiz verfügt über keine eigenen Gasspeicher und ist damit vollständig auf ausländische Kapazitäten angewiesen. Sie deckt laut «SRF» rund zwölf Prozent ihres gesamten Energiebedarfs mit Gas – im Winter deutlich mehr.
Gasversorgung: Bund und Branche in Alarmstimmung
Das Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung stuft die Lage offiziell als herausfordernd ein, wie der aktuelle Lagebericht des Bundes festhält. Die zuständige Taskforce aus Behörden und Gaswirtschaft erhöhte deshalb ihren Sitzungsrhythmus auf wöchentliche Treffen.
Janos Kick, Mediensprecher des Verbandes der Schweizerischen Gasindustrie, erklärte gegenüber dem «SRF»: «Man trifft sich wöchentlich und diskutiert mögliche Massnahmen. Allerdings ist es zurzeit noch zu früh, diese zu kommunizieren.»
Die Schweizer Gasversorger sind verpflichtet, 15 Prozent des Jahresbedarfs in europäischen Speichern zu lagern. Doch laut «SRF» reicht diese Pflichtreserve für Gasversorgung an kalten Wintertagen möglicherweise nicht aus.
Heizöl-Reserven als Notlösung
Grosse Schweizer Energieversorgungsunternehmen riefen ihre Industriekunden auf, vorsorglich Heizöl-Vorräte aufzubauen, wie die «Weltwoche» berichtet.

Das Bundesamt für Energie bewertete diese Massnahme als verständlich angesichts der angespannten europäischen Lage.
Parallel dazu belastet der Anstieg der Treibstoffpreise Haushalte und Betriebe zusätzlich, wie die «Weltwoche» schildert. Der Iran-Krieg treibt die Rohölpreise weiter in die Höhe und hält die Energiemärkte in Bewegung.








