Stadt Zürich

    Etikette verräts: Hier erwischt ein Detektiv Zürcher Abfallsünder

    Nico Leuthold
    Nico Leuthold

    Zürich,

    Zürcher Abfallsünder wappnen sich gegen die Detektive und entfernen auffällige Adress-Etiketten. Mehr Geheimnisse erfährst du in der Nau.ch-Güsel-Reportage.

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    Nau.ch hat einen Abfalldetektiv in Zürich begleitet. - Nau.ch/Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Stadt Zürich setzt Detektive gegen Abfallsünder ein.
    • Die Abfallsünder riskieren eine 150-Franken-Busse.
    • Nau.ch war bei einer Kontrolle mit der Kamera dabei.

    16.20 Franken kostet eine Rolle 35-Liter-Kehrichtsäcke in der Stadt Zürich. Geld, das sich einige lieber sparen wollen – und den Abfall illegal entsorgen.

    Um gegen genau diese Masche vorzugehen, hat die Stadt Detektive angestellt. Sie sollen den Abfallsündern auf die Schliche kommen.

    Nau.ch war einen Tag lang mit Thomas Stüssi, Leiter der Gruppe Kontrolldienst, unterwegs.

    Die Kamera hält drauf, als er einen Abfallsünder auf frischer Tat ertappt.

    Abfallsünder reissen Adress-Etikett vom Heftli

    Tatort ist ein Container in einer Zürcher Siedlung. Statt in einem Züri-Sack quetschte der Sünder seinen Abfall in einen Papiersack vom Grossverteiler.

    Mit jedem noch so kleinen Detail kann der Detektiv den Übeltäter überführen. Die Etikette oder Adresse an einem Heftli verräts!

    Doch die Abfallsünder versuchen, die Kontrollen zu umgehen. «Häufig sind die Adressen herausgerissen», sagt Stüssi. «Den Leuten ist klar bewusst, dass das illegal ist und es eine Busse gibt.»

    Der Verstoss gegen das Abfallgesetz ist nämlich ein Offizialdelikt. Der Entsorgungsdienst muss also Anzeige erstatten.

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    Auch in Wohnsiedlungen oder bei Sammelplätzen machen Abfallsünder Probleme. - Nau.ch/Nico Leuthold

    Konkret beläuft sich die Busse auf 150 Franken. Hinzu kommen Gebühren von ebenfalls 150 Franken.

    Doch selbst dann zeigen sich einige nicht einsichtig!

    Thomas Stüssi verrät: «Das Kurioseste, das wir schon gefunden haben, war eine Übertretungsanzeige gegen das Abfallgesetz.»

    Hand aufs Herz: Hast du schon einmal gegen das Abfallgesetz verstossen?

    Er erklärt: «Das heisst, ein Bewohner der Stadt Zürich hat Post bekommen, weil er gegen das Abfallgesetz verstossen hat. Und die Busse dann wieder in einem Nicht-Gebührensack in einen Zürisack-Container geworfen.»

    Somit wurde er zum zweiten Mal zum Abfallsünder.

    Geringverdiener sind die häufigsten Abfallsünder

    «Abfallsünder gehen durch alle Gesellschaften durch», erklärt Stüssi. Nur bei der Häufigkeit gebe es Unterschiede.

    Konkret bedeutet das: Geringverdiener sind häufiger Abfallsünder.

    «Insgesamt hat das Problem minim zugenommen», sagt der Abfalldetektiv. Doch dieser Anstieg sei im Vergleich der letzten zehn Jahre nicht auffällig.

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    Kommentare

    Armand Weissen

    Der Abfalltourismus scheint recht gross zu sein. Immer wieder erstaunlich, wenn man beobachtet, wie auf den Autobahn-Raststätten Abfall entsorgt wird. Teils wird sogar Sperrmüll neben den Kehrichtkübel gestellt. Und es sind nicht immer nur ausländische Autokennzeichen.

    User #1657 (nicht angemeldet)

    Kann mich nicht erinnern, dass der Wortlaut unserer Gründerväter war: " Wir wollen sein, ein uneinig Volk von Denunzianten!"

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