ETH-Studie: Schweiz erwärmt sich schneller als der globale Schnitt
Die Schweiz erwärmt sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt. Eine neue Studie zeigt, was auf das Land zukommen könnte.

Das Wichtigste in Kürze
- Bis 2100 könnten in der Schweiz fast fünf zusätzliche Grad hinzukommen.
- Die Folgen des Klimawandels sind im Land bereits heute spürbar.
- Basel verzeichnete in diesem Jahr 58 Tage mit mehr als 30 Grad.
Eine neue Studie von MeteoSchweiz und der ETH Zürich untersucht, wie sich die globale Erwärmung auf die Schweiz auswirken könnte. Dafür wurden drei Szenarien betrachtet: eine Erwärmung der Welt um 1,5, 2 oder 3 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit.
Die neuen Forschungsergebnisse kommen zum Schluss, dass eine globale Erwärmung um rund 3,25 Grad bis 2100 möglich ist. Das entspricht dem bisher extremsten Szenario.
Die Schweiz erwärmt sich dabei stärker als der globale Durchschnitt. Bei einer globalen Erwärmung um 3 Grad könnte die Temperatur in der Schweiz um zusätzliche 4,9 Grad steigen.
Klimawandel-Folgen schon heute spürbar
Die Forschenden haben für ihre Prognosen neben historischen Daten auch Satellitenmessungen ausgewertet.
Die Folgen der Erwärmung sind bereits sichtbar. Basel verzeichnete in diesem Jahr 58 Tage mit mehr als 30 Grad, Bern 46 und Zürich 38.
Für Zürich wurden bei einer globalen Erwärmung um 3 Grad rund 30 Hitzetage in einem typischen Sommer erwartet.
Laut den Forschenden lässt sich ein grosser Teil der zusätzlichen Erwärmung noch verhindern. Dafür müssten die weltweiten Emissionen bis etwa 2030 halbiert und bis spätestens 2050 auf null gesenkt werden.
Warnungen reichen nicht aus
Die Schweiz müsste Benzinautos und fossile Heizungen durch Elektroautos, Wärmepumpen oder Geothermie ersetzen. Zudem soll der Ausbau der erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben werden.
Die Studie betont zudem, dass reine Warnungen vor den Folgen des Klimawandels wenig hilfreich sein können. Stattdessen brauche es auch positive und realistische Zukunftsbilder.
Dazu gehören etwa Elektroautos als Stromspeicher, sauberere und ruhigere Städte sowie ein geringerer Konsum von Fleisch und Milchprodukten.















