Erstmals an ESAF Fleischmonopol durchbrochen

Keystone-SDA
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Glarus,

Zum ersten Mal bieten regionale Metzger ihre Produkte auf dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest an.

Älplerfest in Mollis
Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Mollis im Kanton Glarus haben regionale Metzgerinnen und Metzger erstmals das Fleischmonopol der Migros durchbrochen. - keystone

Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Mollis im Kanton Glarus haben regionale Metzgerinnen und Metzger erstmals das Fleischmonopol der Migros durchbrochen. In einem Festzelt werden regionale Produkte angeboten, die Resonanz ist gemäss Verantwortlichen riesig.

«Wir sind einfach nur stolz, unsere Produkte einem solch grossen Publikum präsentieren zu dürfen» sagte Urs Kern, Präsident des Glarner Metzgermeistervereins, im Gespräch mit Keystone-SDA in Mollis. Der Durchbruch der regionalen Fleischproduzenten sei dem Verhandlungsgeschick des ESAF-OK zu verdanken.

Finanziell wird die sogenannte Kranzpartnerschaft von der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft Proviande getragen. Dem ESAF-OK sei es von Anfang an wichtig gewesen, regionale Spezialitäten anzubieten, so Kern weiter. Schliesslich sei mit der Migros der Kompromiss gefunden worden, in einem der insgesamt zehn Festzelte ein solches Angebot zu schaffen.

Die Resonanz der Zeltbesucherinnen und -besucher sei riesig, betonte Reto Oettl, ESAF-Verantwortlicher des Metzgermeistervereins. Es werde von den Gästen sehr geschätzt, dass am Grossevent auch kulinarisch in die Region eingetaucht werden könne.

Spezialitäten aus Glarus

Trotz der geringen Grösse des Kantons Glarus mit 40'000 Einwohnern gibt es zahlreiche Spezialitäten. Darunter die Glarner Pasteten – genannt «Beggäli» – Birnbrot, Schabziger und die Glarner Kalberwurst. Daran hänge die ganze Sache am ESAF, betonte Kern.

Die Brühwurst aus Kalbfleisch, Schweinefleisch, Speck, Milch, Weissbrot und einer ausgeprägten Muskatnote ist im eidgenössischen Register der Ursprungsbezeichnungen und geografischen Angaben eingetragen.

Während 17 Tagen wird das Glarnerzelt auf dem ESAF-Festgelände betrieben. In den ersten 14 Tagen seien bereits 12'000 Kalberwürste gegessen worden. Die sechs Metzgereien, die die Wurst herstellen, hätten ihre Produktion während des Eidgenössischen mindestens verzehnfacht, sagte der Vereinspräsident.

Jede Wurst, die nicht vom Unterland hierher gefahren werde, nütze ausserdem der Nachhaltigkeit. Ein Thema, das im OK seit Beginn diskutiert wurde. So träumte OK-Präsident Jakob Kamm gar von einer vollflächigen Photovoltaik-Anlage auf der Arena – umgesetzt wurde nun zumindest eine kleinere Variante.

Im Sinne der Nachhaltigkeit verzichteten die ESAF-Organisatoren ausserdem auf Papierhandtücher bei den Toiletten. Stattdessen klebt an den leeren Spendevorrichtungen eine Aufforderung, die nassen Hände an den Hosen abzuwischen oder lufttrocknen zu lassen.

Nachhaltigstes ESAF aller Zeiten

Ein weiterer Punkt war der Verzicht auf einen Auftritt der Patrouille Suisse. Stattdessen flog die Armee mit Gleitschirmen auf das Festgelände.

Es sei das nachhaltigste ESAF aller Zeiten, hatte OK-Präsident Kamm bereits vor dem Fest in einem Gespräch mit Keystone-SDA betont. Der massgebliche Beitrag dafür komme von der Migros, die ihr 100-Jahr-Jubiläum feiert: Am Montag und Dienstag nach dem Eidgenössischen werden je 30'000 Migros-Angestellte zum Mitarbeiterfest aufs Gelände gebracht – dieselbe Infrastruktur, doppelte Nutzung, finanziell wie ökologisch ein Gewinn.

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Kommentare

User #3976 (nicht angemeldet)

Warum hätt dä migros überhaupt äs monopol

User #1286 (nicht angemeldet)

Und das alles SP frei, Adler frei, EU frei.

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Schlegel
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