Eine Auseinandersetzung mit dem Thema «Sterben daheim»
Vom 10. bis 17. Oktober informiert die erste Palliative-Care-Woche in Olten und Solothurn über das Sterben daheim und baut Berührungsängste ab.

Der Verein palliative so lädt die Bevölkerung mit einem vielfältigen, kostenlosen Angebot dazu ein, sich mit dem Thema Tod und insbesondere mit dem «Sterben daheim» auseinanderzusetzen. Die Veranstaltungswoche soll informieren, den offenen Austausch fördern und helfen, Berührungsängste abzubauen. Der 2009 gegründete Verein palliative so will mit der erstmals stattfindenden Themenwoche die Bevölkerung im Kanton Solothurn für die Thematik sensibilisieren.
Gleichzeitig soll aufgezeigt werden, was mit «Sterben daheim» konkret gemeint ist und welche Angebote im Bereich Palliative Care zur Verfügung stehen. Palliative Care verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Betreuung unheilbar kranker Menschen. Ziel ist es, ihre Lebensqualität zu verbessern, Beschwerden zu lindern und Unterstützung zu bieten.
Auch die Bezugspersonen der Betroffenen sollen dabei unterstützt und angemessen entlastet werden.
Informationen und Austausch
Mit der Kantonalen Palliative Care Woche soll zudem der Umgang mit dem Tod enttabuisiert werden. Berührungsängste entstünden häufig durch die Verdrängung der eigenen Endlichkeit oder durch Unsicherheit im Umgang mit todkranken Menschen und Trauernden. Während der Woche finden deshalb in Olten und Solothurn verschiedene öffentliche Anlässe statt.
Cornelia Mackuth-Wicki, Leiterin der Geschäfts- und Koordinationsstelle des Vereins palliative so, möchte die Bevölkerung darüber informieren, welche vielfältigen Angebote im Bereich Palliative Care im Kanton Solothurn bestehen und an welche Stellen sich Betroffene und Angehörige wenden können. Die Veranstaltungswoche soll ausserdem dazu beitragen, das kantonale Netzwerk von Fachpersonen und Organisationen noch enger zu verknüpfen.
«Zuhause sterben» als Thema
Eine Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Thema bietet die Wanderausstellung «Zuhause sterben», die während der gesamten Woche zu sehen ist. Niederschwellige Angebote sollen dazu anregen, sich über die Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene zu informieren und zu erfahren, wie die verschiedenen Akteure in einem Netzwerk zusammenarbeiten. Vor der Oltner Stadtkirche steht während der ganzen Woche zudem der Kubus «Bevor ich sterbe ...».
Dort sind alle eingeladen, die Frage zu beantworten und über das eigene Lebensende, persönliche Ziele und Wünsche nachzudenken. Das Programm der Kantonalen Palliative Care Woche 2026 umfasst verschiedene Veranstaltungen. Dazu gehören ein Inputreferat eines renommierten Philosophen und Theologen, Filmvorführungen, Letzte-Hilfe-Kurse und Angebote aus der Maltherapie.
Auch eine Erlebnis-Buchlesung für Familien mit Kindern ist vorgesehen.
«Wir möchten die Thematik sichtbar machen»
«Wir möchten die Thematik sichtbar machen», sagt Dr. med. Manuel Jungi, Leitender Arzt der Palliativstation im Kantonsspital Olten und Präsident des Vereins palliative so. Sterben sei ein tabubehaftetes Thema, und viele Menschen könnten sich unter dem Begriff «palliativ» nichts vorstellen.
Wenn es gelinge zu zeigen, was alles dazugehöre, könnten hoffentlich auch Unsicherheiten abgebaut werden.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Neue Oltner Zeitung» erschienen.






