Architektur

    Einblicke in die ungebaute Architektur der Schweiz in Basel

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Basel,

    Was wäre wenn? Eine Ausstellung im Schweizerischen Architekturmuseum in Basel zeigt nicht realisierte Bauprojekte in der Schweiz.

    Mario Bottas Vorschlag für eine Erweiterung des Bundeshauses in Bern.
    Mario Bottas Vorschlag für eine Erweiterung des Bundeshauses in Bern. - sda - Mario Botta Architetti

    Das Schweizerische Architekturmuseum in Basel präsentiert Einblicke in nicht realisierte Bauprojekte in der ganzen Schweiz. Dabei stossen verpasste Gelegenheiten auf Projekte, die zum Glück nicht realisiert wurden.

    «Was wäre wenn?» Der Titel der Ausstellung ist Programm: Was wäre, wenn sich 1927-1929 die Wettbewerbsjury für den Neubau des Palais des Nations in Genf für den Entwurf von Le Corbusier entschieden hätte? Am Genfersee stünde eine Ikone der Moderne und nicht der spätklassizistische Tempel der fünf Architekten, die schliesslich zum Zug kamen.

    palais des nations
    In den Gängen des Palais des Nations in Genf. - keystone

    Was wäre, wenn sich die Stadt Zürich 1973 nicht vor der Auseinandersetzung mit einem unbequemen Architekten und vor unvorhersehbaren Kosten gefürchtet hätte? Sie könnte sich heute rühmen, über einen Theaterbau von Jørn Utzon, dem Erbauer des berühmten Opernhauses von Sidney, zu verfügen. Und der Heimplatz wäre verkehrsfrei.

    Ungebaute Architektur in der Schweiz

    Das Schweizerische Architekturmuseum geht in seiner aktuellen Sonderausstellung der ungebauten Architektur in der Schweiz nach. Das sind Entwürfe, die in Architekturwettbewerben auf den hinteren Plätzen landeten, die in der direktdemokratischen Schweiz am Volksmehr scheiterten, irgendwie versandeten oder in veränderter Form realisiert wurden.

    Zu den letzteren Beispielen gehört der 69 Meter hohe Basler BIZ-Turm beim Bahnhof SBB. Er sollte ursprünglich 13 Meter höher werden, was seiner heute etwas stummelhaft wirkenden Erscheinung sicher gut getan hätte, wie Ausstellungskurator Andreas Kofler am Freitag an einer Medienführung sagte. Der private Basler Heimatschutz kam aber mit seinem Einwand, der Turm würde vom Nobelhügel Bruderholz aus die freie Sicht auf die Münstertürme versperren, durch.

    Basel
    Blick auf das Grossbasel mit dem Baloise Hochhaus, dem BIZ-Turm und dem Turm der Elisabethenkirche. - keystone

    Die Ausstellung fusst auf Vorschlägen, die von verschiedenen Architekturarchiven der Schweiz eingebracht worden sind. Jedem Projekt ist ein eigener Schreibtisch gewidmet, mit Plänen, zum Teil Modellen, Büchern und Zeitungsausschnitten, die eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema erlauben.

    Präsentiert werden 23 aus verschiedenen Gründen gescheiterte oder zurückgestufte Architekturprojekte in der ganzen Schweiz. Darunter spektakuläre und gut präsentierte Bauten und Geschichten, aber auch Projekte, die weniger gut dokumentiert sind.

    Die Ausstellung ist bis am 7. April 2024 zu sehen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Martin Pfister F-35
    146 Interaktionen
    Kampfjet-Debakel
    Granit Xhaka
    418 Interaktionen
    Impf-Zoff

    MEHR ARCHITEKTUR

    VW ID Every1
    9 Interaktionen
    Von VW und Rivian
    6 Interaktionen
    Bern
    4 Interaktionen
    Barcelona

    MEHR AUS STADT BASEL

    1 Interaktionen
    Laut Hochrechnung
    Basel
    1 Interaktionen
    Basel