Cham ZG: So wird Sicherheit auf Schulwegen verbessert
Wie sicher sind die Schulwege in Cham? Dieser Frage ist die Gemeinde gemeinsam mit Kindern, Eltern, Lehrpersonen und Verkehrsexperten nachgegangen.

Das Wichtigste in Kürze
- Letztes Jahr lancierte die Gemeinde Cham das Projekt «Mobilitätskonzept Schule».
- Die Ergebnisse bilden die Grundlage für zahlreiche Verbesserungen im Verkehrsraum der Schulhäuser.
- Aus der Untersuchung resultierte ein Katalog mit kurz-, mittel- und langfristigen Massnahmen.
Der tägliche Weg zur Schule soll für Kinder nicht nur sicher, sondern auch möglichst selbstständig und angenehm sein. Mit diesem Ziel hat die Gemeinde Cham im vergangenen Jahr das Projekt «Mobilitätskonzept Schule» gestartet.
Nun liegen die Ergebnisse der ersten Analyse vor. Sie betreffen die Schulhäuser Städtli 1, Städtli 2 und Schürmatt und bilden die Grundlage für zahlreiche Verbesserungen im Verkehrsraum.
Kinder und Eltern lieferten wichtige Hinweise
Die Untersuchung wurde vom Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) im Auftrag der Gemeinde durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kinder ihre Schulwege erleben und an welchen Stellen Gefahren oder Unsicherheiten bestehen.
Die Verantwortlichen legten dabei grossen Wert auf die Erfahrungen jener Personen, die die Wege täglich nutzen: Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrpersonen.
Über Umfragen wurden zahlreiche Rückmeldungen gesammelt. Die Teilnehmenden konnten angeben, welche Wege sie regelmässig benutzen und welche Faktoren ihnen besonders wichtig erscheinen. Dabei zeigte sich, dass kurze und übersichtliche Schulwege sowie verkehrsarme Strassen für viele Familien eine zentrale Rolle spielen.

Ebenso wurden unübersichtliche Kreuzungen, eingeschränkte Sichtverhältnisse oder zu hohe Fahrgeschwindigkeiten als wiederkehrende Problemfelder genannt. Gerade aus der Perspektive von Kindern unterscheiden sich Gefahrenstellen häufig von jener erwachsener Verkehrsteilnehmender, weshalb ihre Einschätzungen gezielt in die Planung einbezogen wurden.
Die gesammelten Daten dienten als Grundlage für eine vertiefte Analyse. Fachleute des VCS überprüften anschliessend die Schulwege vor Ort im Rahmen einer sogenannten «Road Safety Inspection». Dabei handelt es sich um ein anerkanntes Verfahren zur Beurteilung von Verkehrsanlagen und Strassenräumen aus sicherheitstechnischer Sicht.
Die Experten begingen zahlreiche Schulwege, analysierten Kreuzungen, Fussgängerstreifen und andere kritische Stellen und beurteilten die Situation aus der Perspektive von Kindern. Dadurch entstand ein umfassendes Bild der bestehenden Verhältnisse und möglicher Risiken.
Ergänzend wurden Verkehrsabläufe zu unterschiedlichen Tageszeiten beobachtet, etwa während der morgendlichen Bring- und Holzeiten, wenn sich Fussgänger, Velofahrende und motorisierter Verkehr besonders häufig begegnen.
Breites Paket an Empfehlungen
Aus der Untersuchung resultierte ein Katalog mit kurz-, mittel- und langfristigen Massnahmen. Die Empfehlungen reichen von Anpassungen bei Signalisationen und Markierungen über Verbesserungen von Fussgängerstreifen und Querungshilfen bis hin zu Tempoüberprüfungen.
Auch Baustellenführungen, Parkplatzsituationen sowie Sensibilisierungsmassnahmen für Eltern und andere Verkehrsteilnehmende wurden in die Überlegungen einbezogen. Darüber hinaus empfiehlt der Bericht, Schulwege regelmässig zu überprüfen und die Erkenntnisse bei künftigen Bau- und Verkehrsprojekten frühzeitig zu berücksichtigen.
Gemeinderat Drin Alaj, Vorsteher Verkehr und Sicherheit, sieht im Projekt einen wichtigen Schritt für die Gemeinde. Die aktive Mitarbeit von Kindern, Eltern und Lehrpersonen habe eine wertvolle Grundlage geschaffen, um gezielt Verbesserungen anzugehen. Das Konzept zeige, dass sich durch gemeinsames Engagement viel für die Sicherheit auf Schulwegen erreichen lasse.
Erste Projekte bereits in Umsetzung
Einige der empfohlenen Massnahmen werden bereits umgesetzt. So wird im Bereich der Eichstrasse die Situation für Fussgängerinnen und Fussgänger verbessert. Geplant ist die Entfernung eines Teils einer Rabatte, wodurch die Sichtverhältnisse und die Querungsmöglichkeiten optimiert werden.
Gleichzeitig wird das Trottoir erweitert. Auch die Vortrittsregelung an der Kreuzung Eichstrasse/Duggelistrasse wird klarer gestaltet, damit Missverständnisse unter den Verkehrsteilnehmenden reduziert werden können.

Ein weiteres Projekt betrifft die Mugerenstrasse. Dort wird im Bereich der Einmündung Mugerenmatt eine bestehende Pflästerung entfernt. Zusätzlich wird ein Rechtsvortritt markiert, um die geltenden Verkehrsregeln deutlicher sichtbar zu machen und gleichzeitig die gefahrenen Geschwindigkeiten zu senken.
Auch der Fussgängerstreifen in diesem Bereich erhält eine Anpassung. Er wird leicht verschoben, damit er nicht mehr unmittelbar im Bereich der Ein- und Ausfahrten liegt. Dies soll die Übersichtlichkeit erhöhen und die Sicherheit für querende Kinder verbessern.
Darüber hinaus wird die Beleuchtung überprüft. Am Knoten Flachsacker soll zudem eine bestehende Querungsstelle optimiert werden.
Sicherheit als gemeinsame Aufgabe
Die Gemeinde betont, dass sichere Schulwege nicht allein durch bauliche Massnahmen entstehen. Ebenso wichtig seien Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und verantwortungsvolles Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden. Gerade im Umfeld von Schulhäusern könne bereits ein angepasstes Fahrverhalten entscheidend dazu beitragen, Unfälle zu vermeiden und Kindern ein sicheres Unterwegssein zu ermöglichen.

«Jedes Kind soll seinen Schulweg möglichst selbstständig und sicher zurücklegen können», hält Gemeinderat Alaj fest. Dafür brauche es nicht nur eine gut ausgebaute Infrastruktur, sondern auch das Bewusstsein, dass Verkehrssicherheit eine gemeinsame Verantwortung sei.
Die positiven Erfahrungen aus dem Pilotprojekt sollen nun auch anderen Schulstandorten zugutekommen. Bereits im Schuljahr 2026/27 plant die Gemeinde, weitere Schulkreise nach demselben Modell zu untersuchen. Erneut sollen Kinder, Eltern und Lehrpersonen aktiv in den Prozess eingebunden werden.
Dieser Artikel ist zuerst in der «Zuger Woche» erschienen.








