Bund weiht in Altstätten SG neues Bundesasylzentrum ein

Keystone-SDA
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Rheintal,

Am Samstag hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) in Altstätten SG das neu erbaute Bundesasylzentrum (BAZ) mit einem «Tag der offenen Tür» in Betrieb genommen. An der Besichtigung dabei war Bundesrat Beat Jans.

Bundesasylzentrum
Das neue Bundesasylzentrum des Staatssekretariat fuer Migration (SEM), aufgenommen anlässlich der Eröffnung, am Samstag, 15. August 2026, in Altstaetten. - keystone

Vertreterinnen und Vertreter des Bundes, des Kantons St. Gallen und der Stadt Altstätten hatten als erste die Möglichkeit, die neue Unterkunft für Asylsuchende in Augenschein zu nehmen. Ab dem Mittag war dann die interessierte Bevölkerung zum Rundgang eingeladen.

Im Gegensatz zu anderen Bundesräten könne man als Justizminister selten etwas eröffnen, sagte Bundesrat Beat Jans (SP) in seiner Ansprache. Daher freue es ihn besonders, dass das nun beim neuen Bundesasylzentrum der Fall sei. Das SEM betreibe seit den 1990-er-Jahren ein Zentrum in Altstätten. Er dankte dem Kanton St. Gallen und der Stadt Altstätten dafür, im Asylwesen Verantwortung übernommen zu haben.

«Warum bauen wir für 40 Millionen Franken ein Bundesasylzentrum?», fragte er rhetorisch, um die Antwort hinterher zu schieben: «Wir schützen Menschen, weil sie eine unantastbare Würde haben.» Diese sei jedem Menschen von Geburt an mitgegeben. Es gehe um Respekt gegenüber jenen, die Schutz suchten, und es gehe letztlich auch um Respekt uns selbst gegenüber.

Christof Hartmann (SVP), Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons St. Gallen, sagte in seiner Rede, die Eröffnung des BAZ sei ein wichtiger Moment für die Asylregion Ostschweiz. Es freue ihn, dass der Bund in eine schnellere Abwicklung der Asylverfahren investiere, denn die Migration sei eine gesellschaftliche Herausforderung.

Im Kanton St. Gallen spüre man Migrationsbewegungen früher als in anderen Regionen. Er erwarte, dass der Bund seine Aufgaben konsequent wahrnehme und die Verantwortung nicht «schleichend» auf Kantone oder Gemeinden abgewälzt werde.

Als letzter sprach Altstättens Stadtpräsident Ruedi Mattle (GLP). Wer im «Altstätter Torf», wo das BAZ errichtet wurde, baue, der brauche Pfähle. Auf solchen stehe das neue Zentrum nun. Dass die Bevölkerung über das Zentrum habe abstimmen können, habe Legitimität und Vertrauen geschaffen.

Das neue Zentrum, für das ein Projektkredit von 47 Millionen Franken gesprochen wurde, umfasst eine Fläche von 11'500 Quadratmetern. Herzstück sind der Esssaal mit 180 Plätzen und ein begrünter Innenhof – eine Art «Dorfplatz», wie Philip Ziegler, wissenschaftlicher Adjunkt der Asylregion Ostschweiz, auf dem Rundgang sagte.

Die Anlage bietet ausserdem einen Sport- und Fitnessbereich, Krankenzimmer, einen Raum der Stille und verschiedene Räume für Dolmetscher, Protokollführer und die Verwaltung. Um die 260 Personen werden hier arbeiten. Die Unterbringungstrakte mit Schlafräumen, Schulzimmern und Werkräumen bieten insgesamt 390 Schlafplätze.

Das neue BAZ hatte im Vorfeld mit Problemen zu kämpfen. Weil der Baugrund mit PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) belastet war, musste er vor dem Baustart zuerst saniert werden.

Im Herbst 2025 verformten sich und brachen Kanalisationsleitungen, wie der “Rheintaler” unlängst schrieb. Beides verzögerte laut der Zeitung den Baustart und in der Folge die Inbetriebnahme der Unterkunft. Die ersten Asylsuchenden sollen nun am nächsten Mittwoch einziehen.

Kommentare

User #6481 (nicht angemeldet)

Und wir haben kein Geld für die AHV.Unglaublich.

User #1447 (nicht angemeldet)

Da kann man nicht mehr sagen, hier wurde gebaut, das sieht eher danach aus als wurde hier geklotzt!

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