Batteriehersteller Leclanché kommt nicht aus der Krise

    Keystone-SDA
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    Yverdon-les-Bains,

    Das Waadtländer Batterieunternehmen Leclanché kämpft seit Jahren ums Überleben. Trotz wiederholter Kapitalzufuhren gelang der Weg aus den roten Zahlen bisher nicht – nun droht der Rauswurf von der Börse.

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    Das Waadtländer Batterieunternehmen Leclanché kämpft seit Jahren ums Überleben. - keystone

    Die Ursprünge des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1909 zurück. Damals wurde Leclanché in Yverdon-les-Bains gegründet, um auf Basis der Patente des französischen Erfinders Georges Leclanché Trockenbatterien herzustellen. In den Folgejahren entwickelte sich das Unternehmen unter anderem durch Übernahmen von Batteriefabriken und den Aufbau eines eigenen Forschungslabors weiter.

    1919 begann die Produktion von Papierkondensatoren nach Vorgaben der damaligen eidgenössischen Telefonverwaltung. In den folgenden Jahrzehnten produzierte Leclanché verschiedene Batterietypen. 1971 errichtete das Unternehmen in Yverdon-les-Bains eine neue Fabrik für Industriebatterien.

    Lange profitierte das Unternehmen von öffentlichen Aufträgen, insbesondere von der damaligen PTT, aus der später die Swisscom und die Post hervorgingen, sowie der Schweizer Armee. Diese Einnahmequelle versiegte jedoch nach und nach.

    Ab den 1990er-Jahren verschlechterte sich die Lage zunehmend. Leclanché versuchte, sein Geschäft mit Photovoltaikzellen und einem fahrerlosen Nahverkehrssystem mit kleinen Elektro-Kabinen zu diversifizieren. Beide Projekte wurden später aufgegeben.

    Nach dem Rückzug aus dem Konsumentengeschäft fokussierte sich das Unternehmen auf Industriekunden. 2006 fusionierte es mit der bayerischen Bullith AG und stieg damit in das Geschäft mit Lithium-Ionen-Batterien ein.

    Dem Rückgang seiner Verkäufe konnte Leclanché einige Zeit standhalten. Doch wiederholte operative Verluste sowie hohe Investitionen zur Neuausrichtung des Geschäfts zehrten die finanziellen Reserven zunehmend auf.

    Das letzte profitable Geschäftsjahr war 2008. Seither schrieb Leclanché durchgehend rote Zahlen. 2019 erreichte der Verlust mit 83,4 Millionen Franken seinen Höhepunkt. Im vergangenen Jahr betrug er gemäss ungeprüften Zahlen 72,9 Millionen Franken bei einem Umsatz von 23,1 Millionen.

    Die Gruppe leidet seit vielen Jahren unter wiederkehrenden Liquiditätsengpässen. Anfang 2026 konnte Leclanché die Januar-Löhne seiner rund 370 Mitarbeitenden zunächst nicht bezahlen. Eine Finanzierung über 16,7 Millionen Franken ermöglichte es dem Unternehmen, den Betrieb vorerst aufrechtzuerhalten.

    Jetzt droht Leclanché der Verlust seiner Börsenkotierung. Weil der Geschäftsbericht 2025 aussteht, ist der Handel mit den Namenaktien seit dem 1. Juni 2026 ausgesetzt. Am 15. Oktober beschloss das zuständige Gremium der SIX die Dekotierung der Aktien. Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

    Das Unternehmen muss nun darlegen, wie es seine Geschäftstätigkeit langfristig sichern will. Im September musste das Unternehmen für seine beiden deutschen Tochtergesellschaften einen Insolvenzantrag stellen. Dieser könnte bei einer kurzfristigen Finanzierung zurückgezogen werden. Ob der Weg aus der Krise gelingt, ist offen.

    vj/al/to/ls/ra

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