Stadt Zürich

    Aus Protest: Regisseur Michael Steiner verlässt Filmakademie

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Michael Steiner tritt aus der Akademie zurück. Er kritisiert, dass der Schweizer Filmpreis zu einem «Prix Romandie» verkommen sei.

    Michael Steiner Filmakademie
    Michael Steiner gewann mit seinem Film «Wolkenbruch» einen Prix Walo. - sda - KEYSTONE/WALTER BIERI

    Das Wichtigste in Kürze

    • Regisseur Michael Steiner ist aus der Schweizer Filmakademie ausgetreten.
    • Für ihn handelt es sich dabei um eine Dominanzdebatte gegenüber der Westschweiz.

    Regisseur Michael Steiner verlässt die Schweizer Filmakademie. Dies ist ein Protestakt in Bezug auf Dominanz der Westschweiz bei den Schweizer Filmpreisen. Für Steiner handelt es sich dabei um eine Frage des Systems. Das sagte er in der Sendung «Gesichter & Geschichten» des Deutschschweizer Radios und Fernsehens SRF vom Montag.

    «Wer einmal einen Preis gewonnen hat, darf abstimmen. Aber wenn es so kommt, dass die Westschweizer nur noch für die Westschweizer stimmen, dann bringt der Schweizer Filmpreis nichts mehr», so Steiner weiter.

    Akademieleitung bedauert Steiners Entscheidung

    Akademie-Co-Präsident Samir (Samir Jamal Aldin, geboren in Bagdad) brachte sein Bedauern über Steiners Entscheidung zum Ausdruck. Der Vorwurf, dass die Westschweizer mehr für ihre Filme gestimmt haben, könne nicht aufgehen. Das sagte er in derselben Sendung. Anteilsmässig haben gemäss Samir etwa gleich viele Deutschschweizer wie Westschweize abgestimmt.

    Das Bundesamt für Kultur, Mitverleiher des Schweizer Filmpreises, wurde in der SRF-Sendung wie folgt zitiert: «Wir sind davon überzeugt, dass die Mitglieder der Akademie ihre Aufgabe mit der allergrössten Seriosität und Sorgfalt wahrnehmen.»

    600 Persönlichkeiten aus allen Sparten

    Die Schweizer Filmakademie umfasst nach eigenen Angaben über 600 Persönlichkeiten aus allen Sparten der Schweizer Filmbranche. Zu 73 Prozent aus der Deutschschweiz, zu 22 Prozent aus französischsprachigen und zu knapp 5 Prozent aus italienischsprachigen Schweiz. Ihre Mitglieder nominieren und wählen die Gewinnerinnen und Gewinner des Schweizer Filmpreises in 13 Kategorien.

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