Mitorganisatorin erklärt: Das steckt hinter der «Mad Pride» in Bern

    Mathias Steger
    Mathias Steger

    Bern,

    Am 10. Oktober findet auf dem Bundesplatz die «Mad Pride» statt. Mitorganisatorin Daniela Malsiner erklärt, was es damit auf sich hat.

    Mad Pride Bern
    Ziele der «Mad Pride» sind mehr Sichtbarkeit, Akzeptanz und Inklusion von psychisch Erkrankten. - zVg

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am 10. Oktober findet in Bern die «Mad Pride» statt.
    • Sie findet zum vierten Mal in der Schweiz statt.
    • Ziele sind mehr Sichtbarkeit, Akzeptanz und Inklusion von psychisch Erkrankten.
    • Wir haben mit Mitorganisatorin Daniela Malsiner über die Veranstaltung gesprochen.

    BärnerBär: Was ist die «Mad Pride» genau?

    Daniela Malsiner: Es handelt sich um einen öffentlichen Anlass für psychische Gesundheit, Vielfalt und Akzeptanz. Die «Mad Pride» soll Menschen mit psychischen Erkrankungen, Fachpersonen, Angehörige, Organisationen und die breite Bevölkerung zusammenbringen – es sind alle Menschen willkommen.

    Gemeinsam wollen wir Themen rund um die psychische Gesundheit aus der Tabuzone holen und uns dafür engagieren, psychische Gesundheit sichtbarer zu machen und Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen abzubauen.

    BärnerBär: Wie entstand die «Mad Pride»?

    Malsiner: Die allererste «Mad Pride» fand 1993 in Toronto als Reaktion auf Vorurteile und Diskriminierungen gegenüber Menschen mit psychiatrischer Erfahrung statt. Mit diesem grossen Event war die Idee geboren, dass sich Betroffene nicht verstecken müssen und über ihre Erfahrungen sprechen dürfen.

    Mad Pride Bern
    Daniela Malsiner ist Co-Präsidentin der «Mad Pride» in Bern. - zVg

    BärnerBär: Und wie kam die Veranstaltung in die Schweiz?

    Malsiner: Die erste Schweizer «Mad Pride» fand 2019 in Genf statt. Im Jahr 2020 wurde daraufhin der Verein Mad Pride Schweiz gegründet. Bereits beim ersten Mal waren mehr als 1000 Menschen dabei und man merkte, dass das Interesse der Bevölkerung gross ist.

    Ein weiterer Anlass folgte 2022 in Bern und 2023 in Lausanne. Am 10. Oktober wird die «Mad Pride» zum vierten Mal in der Schweiz und wieder in Bern stattfinden.

    BärnerBär: Wie wird die «Mad Pride» dieses Mal ablaufen?

    Malsiner: Dieses Jahr findet die «Mad Pride» als Informations- und Aktionstag von 15 bis 18 Uhr auf dem Bundesplatz statt. Die Besucherinnen und Besucher erwarten Beiträge von Menschen mit eigener Erfahrung, Informationsstände verschiedener Organisationen, Möglichkeiten zur Begegnung und eine Ruhezone.

    Dazu kommen Live-Auftritte von Dino Brandão und der Sängerin Rose. Betroffene, Angehörige und Interessierte können sich informieren, Angebote kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen.

    BärnerBär: Gibt es ein bestimmtes Motto?

    Malsiner: Das diesjährige Motto lautet «Jedem sein Rucksack». Wir fanden dies ein schönes Symbol, da alle einen unsichtbaren Rucksack mit sich tragen, der sowohl mit schönen Dingen als auch mit schweren Themen gefüllt sein kann.

    BärnerBär: Warum fiel die Wahl auf Bern als Austragungsort?

    Malsiner: Bereits bei der ersten Austragung in Bern kam ein grosses Publikum zusammen. Bern bietet sich als Bundesstadt mit dem grossen Bundesplatz und den Organisationen, die hier tätig sind, an.

    Die Veranstaltung ist kostenlos und es sind alle eingeladen, vorbeizukommen.

    Mad Pride Bern
    Bereits bei der ersten Austragung der «Mad Pride» in Bern kam ein grosses Publikum zusammen. - zVg

    BärnerBär: Was wird dabei Ihre Aufgabe sein?

    Malsiner: Ich werde die Begrüssung und die Verabschiedung auf der Bühne übernehmen und die gesamte Zeit auf dem Bundesplatz anwesend sein.

    BärnerBär: Was hat sich seit der ersten «Mad Pride» in der Schweiz geändert?

    Malsiner: Wir merken, dass die Zahl der Teilnehmenden steigt. Während es bei der ersten 1000 waren, nehmen beim letzten Mal in Lausanne bereits 4000 Menschen teil.

    Ich höre von vielen Menschen, dass ihnen die «Mad Pride» Kraft gibt und sie gemerkt haben, dass sie mit dem Thema nicht alleine sind. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass alle Menschen Zugang zu Unterstützung erhalten und niemand aufgrund einer psychischen Erkrankung ausgegrenzt wird.

    Hattest du schon einmal mit psychischen Problemen zu kämpfen?

    BärnerBär: Wird es auch zukünftig weitere derartige Veranstaltungen geben?

    Malsiner: Ja. Unser Ziel ist es, die «Mad Pride» regelmässig durchzuführen. Einen jährlichen Rhythmus können wir derzeit allerdings noch nicht versprechen.

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