Zahlreiche Festnahmen bei verbotener «Pride Parade» in Istanbul

    Keystone-SDA
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    Türkei,

    In Istanbul war heute Sonntag die «Pride Parade» angesetzt. Die Polizei ging hart gegen Teilnehmende vor.

    Istanbul Pride March 2022
    Polizisten verhaften eine Person an der «Pride Parade» in Istanbul. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Polizei verhaftete an der «Pride Parade» in Istanbul über 150 Personen.
    • Behörden hatten die Demonstration zuvor mit Verweis auf Sicherheitsbedenken verboten.

    Bei einem Protest für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuelle, Trans- und queere Menschen (LGBTQ) in der türkischen Metropole Istanbul sind nach Angaben der Veranstalter mehr als 150 Menschen festgenommen worden. Die Polizei sperrte heute Sonntag den zentralen Stadtteil Cihangir weiträumig ab und hinderte Menschen daran, sich zu versammeln, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur beobachtete.

    Sicherheitskräfte kreisten Menschen mit Regenbogenflaggen und anderen Symbolen für sexuelle und Gender-Vielfalt ein und nahmen sie schon vor dem Beginn des Protests in Gewahrsam.

    Behörden hatten die Demonstration zuvor mit Verweis auf Sicherheitsbedenken verboten. Nach Angaben der Anwaltsvereinigung MLSA war unter den Festgenommenen der AFP-Fotojournalist Bülent Kilic. Trotz des massiven Polizeiaufgebots versammelten sich zahlreiche Menschen in den Seitenstrassen und schwenkten Regenbogenflaggen. Anwohner schlugen aus Protest gegen die Festnahmen auf Töpfe und Pfannen.

    Istanbul Pride March 2022
    Demonstrierende an der «Pride Parade» in Istanbul. - keystone

    «Beängstigende» Situation

    Unter dem Motto «Widerstand» hatten verschiedene Zusammenschlüsse zu der Parade mit dem Titel «Marsch des Stolzes» aufgerufen. Sie kritisierten unter anderem ein zunehmendes LGBTQ-feindliches Klima im Land. Neben dem Marsch waren auch andere Veranstaltungen im Rahmen der sogenannten «Pride Week» untersagt worden.

    Die in Istanbul lebende Berliner Aktivistin Liana Georgi sagte der dpa, sie habe die Situation als «beängstigend» und angespannter als während der vergangenen Jahre wahrgenommen. Die Polizei habe die Demonstrierenden regelrecht «gejagt». «Ich finde es aber absolut bewundernswert, wie es die Menschen trotzdem schaffen, sich zusammenzufinden und friedlich zu demonstrieren», sagte Georgi.

    Die «Pride Parade» in der türkischen Millionenmetropole konnte mehr als zehn Jahre lang bei stetig wachsenden Teilnehmerzahlen unbehelligt stattfinden. 2015 wurde die Veranstaltung zum ersten Mal verboten und auch in den darauffolgenden Jahren untersagt.

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