Wirecard: Kronzeuge erhielt 4,8 Millionen

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    Deutschland,

    Oliver Bellenhaus war am mutmasslichen Milliardenbetrug von Wirecard beteiligt. In einer «einmaligen Sonderzahlung» erhielt der Manager fast fünf Millionen.

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    Ex-Wirecard-Manager Oliver Bellenhaus. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Oliver Bellenhaus erhielt eine einmalige Zahlung in der Höhe von 4,8 Millionen Euro.
    • Das Geld wurde ihm anstelle einer Lohnerhöhung gezahlt.
    • Bellenhaus war am mutmasslichen Wirecard-Milliardenbetrug beteiligt.

    Seine Beteiligung am mutmasslichen Milliardenbetrug von Wirecard hat Oliver Bellenhaus der Anklage nach eigenen Worten 4,8 Millionen Euro eingebracht.

    Diese Summe erhielt der von 2013 bis 2020 in Dubai tätige Manager und Kronzeuge demnach als Einmalzahlung, aus Firmengeldern abgezweigt und an der Gehaltsbuchhaltung vorbei. Sein ursprüngliches Monatsgehalt bezifferte Bellenhaus am Donnerstag im Wirecard-Strafprozess auf 13'000 Euro.

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    Oliver Bellenhaus, der Ex-Wirecard-Manager, im Gerichtssaal. - Keystone

    «Das Gehalt, das ich bei Wirecard bezogen habe, war meiner Position lange nicht angemessen», sagte Bellenhaus am Donnerstag vor der vierten Strafkammer des Landgerichts München I.

    Skandal von Wirecard: «Einmalige Sonderzahlung»

    Der seit mehr als zweieinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzende Manager war bis zum Zusammenbruch des Skandalkonzerns im Sommer 2020 Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Cardsystems Middle East in Dubai.

    Bellenhaus verlangte nach eigener Aussage eine Gehaltserhöhung, ihm schwebten 900'000 bis 950'000 Euro Jahresgehalt vor. Der Vertriebsvorstand Jan Marsalek habe das abgelehnt – und stattdessen eine «einmalige Sonderzahlung» von 4,8 Millionen Euro vorgeschlagen. Das Geld legte Bellenhaus in einer Stiftung in Liechtenstein an.

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    Nach dem BGH-Urteil gehen Wirecard-Aktionäre trotz Insolvenz leer aus. (Symbolbild) - afp

    Die Verteidiger des früheren Vorstandschefs Markus Braun haben Bellenhaus beschuldigt, dreistellige Millionenbeträge aus dem Konzern abgezweigt zu haben. Das wies Bellenhaus mehrfach zurück. Auch Wirecard-Aktien habe er nicht besessen: «Das wäre ein schlechtes Investment gewesen.»

    Erfundene Zahlungsdienstleistungen

    In den Betrug rutschte er nach eigener Darstellung über Jahre schrittweise hinein, wollte sich aber nicht absetzen oder der Staatsanwaltschaft stellen: «Wenn ich irgendwo reingegangen bin, bin ich noch nie rückwärts rausgegangen und habe geweint.»

    Über Dubai lief bei Wirecard ein grosser Teil der Scheingeschäfte mit erfundenen Zahlungsdienstleistungen. Im Laufe der Jahre wurde nach Bellenhaus' Worten der Aufwand bei der Erfindung von Scheinumsätzen so gross, dass echtes Geschäft kaum mehr möglich war: «Dafür gab's auch keine Zeit mehr, sich mit Kunden zu beschäftigen.»

    Bellenhaus steht seit Dezember gemeinsam mit dem früheren Vorstandschef Markus Braun und dem ehemaligen Chefbuchhalter vor Gericht. Sie sollen laut Anklage seit 2015 die Bilanzen des Zahlungsdienstleisters gefälscht und kreditgebende Banken um 3,1 Milliarden Euro geprellt haben.

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