Verletzte Höhlenforscherin (32) in Italien gerettet

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    Italien,

    Beim Erkunden einer Höhle in Norditalien stürzte eine junge Forscherin am Samstag ab. Die 32-Jährige konnte nach vier Tagen endlich gerettet werden.

    Höhlenforscherin
    Auf einer Trage musste die verunglückte Forscherin durch die engen Höhlengänge getragen werden. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die verletzte Höhlenforscherin wurde in Italien nach vier Tagen gerettet.
    • Ein Helikopter hat die 32-jährige Frau daraufhin ins Spital geflogen.
    • Es ist bereits das zweite Mal, dass die Forscherin in derselben Höhle gerettet wurde.

    Auf einer Trage hieven Retter die verunglückte Höhlenforscherin Ottavia Piana durch die Gänge der Höhle Abisso Bueno Fonteno in Norditalien. Zentimeter für Zentimeter tasten sie sich im Licht der Stirnlampen vor.

    Nach einem langwierigen Einsatz haben sie es nun endlich geschafft. Am frühen Mittwochmorgen erreichen sie mit Piana den Ausgang der tiefen Höhle.

    Um 2.59 Uhr atmete die 32-Jährige wieder frische Luft. Im Freien wartete in der Luft stehend ein Helikopter, der sie über eine Seilwinde heraufzog. Anschliessend wurde sie ins Krankenhaus gebracht.

    Schwer verletzt nach Absturz

    Bei ihrem Absturz am Wochenende hatte sich die Frau schwer verletzt. Nach Angaben der Retter zog sie sich dabei Wirbel- und Rippenverletzungen und auch Verletzungen im Gesicht zu.

    Höhlenforscherin
    Die 32-jährige Höhlenforscherin Ottavia Piana ist seit Samstag in der Höhle Abisso Bueno Fonteno in Italien verletzt eingeschlossen. - X / @FrancoScarsell2

    Am Ende ging es schneller als gedacht: Eigentlich war der Aufstieg zum Ausgang der Höhle am späten Mittwochabend oder sogar erst am Donnerstagmorgen erwartet worden.

    Überraschend gelang es den Rettern jedoch, den letzten Abschnitt des Labyrinths schneller als ursprünglich geplant zurückzulegen. Die Rettungsmission dauerte insgesamt rund 75 Stunden.

    Riesiges Höhlenlabyrinth am Iseo-See

    Seit Samstag lief in dem Höhlenlabyrinth am Nordufer des Iseo-Sees zwischen Bergamo und Brescia die aufwendige Aktion. Die Forscherin war mit mehreren weiteren Begleitern in der weitläufigen Höhle unterwegs, um den bislang unbekannten Teil zu erforschen. Beim Abstieg in einen engen Tunnel verlor sie offenbar den Halt und rutschte mehrere Meter in die Tiefe.

    Mehr als 150 spezialisierte Berg- und Höhlenretter auch aus anderen Regionen beteiligten sich an der Bergung. Diese gestaltete sich äusserst schwierig. Die riesige Höhle wurde erst 2006 entdeckt.

    Warst du schon einmal in einer Höhle?

    Dabei handelt es sich um ein enormes Labyrinth an unterirdischen Gängen, Wasserfällen und Seen mit einer Gesamtlänge von 50 Kilometern. Nicht einmal die Hälfte davon ist erforscht.

    Fest auf einer Trage verschnürt durch Gänge gehievt

    Retter und Mediziner erreichten Piana bereits am Wochenende und richteten ein beheiztes Basislager ein. Um aus der Tiefe mit der Aussenwelt kommunizieren zu können, wurde eine Telefonleitung von der Oberfläche zur Unglücksstelle verlegt.

    Höhlenforscherin
    Das Rettungsteam konnte die junge Höhlenforscherin aus der Höhle hinaustragen. - X / @FrancoScarsell2

    Danach begann auch schon die Rettungsmission: Piana wurde fest auf einer Trage verschnürt und durch die Gänge getragen.

    Während des gesamten Einsatzes war die Forscherin in einem stabilen Zustand. Wie schwer ihre Verletzungen jedoch sind, ist noch unklar. Der Transport musste daher besonders schonend erfolgen. Piana durfte etwa nur in waagerechter Lage getragen werden.

    Einsatz in der Enge äusserst kompliziert

    Ein Retter berichtete der Zeitung «Corriere della Sera», wie kompliziert der Einsatz war: «In einigen Gebieten der Höhle kann man gehen und die Trage liegt auf den Schultern. In anderen Gegenden wird sie von einer Hand zu Hand gereicht. Insbesondere in den engsten Schluchten. In diesen Gebieten arbeiten die Retter auch im Sitzen, indem sie die Trage über ihre Knie führen.»

    Forscherin war schon einmal in der Höhle eingeschlossen

    In derselben Höhle war die junge Frau bereits im Juli 2023 eingeschlossen. Sie verletzte sich damals bei einem Absturz am Bein. Damals konnte sie nach zwei Tagen gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden.

    Zurück in eine Höhle will Piana jedoch nach dem jüngsten Absturz nicht mehr. Ei­nem am Einsatz beteiligten Arzt vertraute sie bereits an, nie wieder eine Höhle betreten zu wollen. Rino Bregani berichtete der Nachrichtenagentur Ansa, sie wolle die Höhlenforschung nun «endgültig aufgeben».

    In der Vergangenheit schon spektakuläre Rettungsaktionen

    In den vergangenen Jahren gab es mehrfach spektakuläre Rettungsaktionen, um Menschen aus Höhlen herauszuholen. International die meiste Aufmerksamkeit löste das Verschwinden einer Fussball-Jugendmannschaft im Juni 2018 in Thailand aus.

    Die zwölf Jungen und ihr Trainer wurden schliesslich nach zwölf Tagen aus der Tham-Luang-Höhle gerettet. Ein Taucher starb dabei.

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    Kommentare

    User #5789 (nicht angemeldet)

    Das wird teuer. Hoffe, teuer genug, damit sie es wirklich nicht noch einmal versucht. Werde nie verstehen, warum man solche Höhlen erforschen muss. Was hat man davon?

    User #2028 (nicht angemeldet)

    Ja, wurde in der Tagesschau gezeigt !

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