Tornado richtet im Münsterland schwere Schäden an

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    Ein Tornado zieht durch Bocholt, in Brandenburg rückt die Feuerwehr aus. Gewitter, Regen, Blitz und Donner kühlen Deutschland nach der Hitze ab. Wie wird das Wetter am Wochenende?

    Das Auto wurde zehn Meter weit durch die Luft gewirbelt. Foto: Stadt Bocholt
    Das Auto wurde zehn Meter weit durch die Luft gewirbelt. Foto: Stadt Bocholt - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Tornado im Westen, Waldbrände im Osten: Der Sommer in Deutschland bringt derzeit nicht nur Badewetter.

    In der Nacht zum Mittwoch zog ein Tornado mit Windgeschwindigkeiten zwischen 181 und 253 Stundenkilometern durch die Stadt Bocholt und hinterliess eine Schneise der Verwüstung.

    Ein Waldbrand bei Jüterbog ist nach Einschätzung des Umweltministeriums der grösste in Brandenburg seit der Wende.

    Über den Tornado in der beschaulichen Stadt im Münsterland sagte Anwohnerin Rebecca Schnelting: «Das war wie eine Bombe.» In dem Strassenzug, in dem sie mit ihrer Familie wohnt, trug der Luftwirbel ein Auto wie Spielzeug zehn Meter weit durch die Luft, mit dem Dach voraus knallte es in einen anderen Wagen.

    Auch einen Wohnwagen hatte es quer über die Strasse geschleudert. Es wurden Bäume entwurzelt, krachten in Wintergärten und Terrassendächer. «Als wir eintrafen, hatte ich das Gefühl, das sind kriegsähnliche Zustände», erzählt Feuerwehr-Einsatzleiter Dirk Vriesen.

    Derweil kämpft die Feuerwehr auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Jüterbog gegen einen Waldbrand auf mehr als 600 Hektar. «Grössere Brände gab es nur in den 70er Jahren», sagt der Referatsleiter Wald und Forstwirtschaft im Ministerium, Carsten Lessner. 120 Feuerwehrleute waren vor Ort, wie die Regionalleitstelle der Feuerwehr Brandenburg mitteilte. Zwei Löschhubschrauber der Bundespolizei waren über dem Waldgebiet im Einsatz.

    In Niedersachen hatten wegen der hohen Temperaturen erste Schulen hitzefrei gegeben. Überhaupt wurden deutschlandweit sehr hohe Temperaturen erwartet, vor allem in Ostdeutschland mit bis zu 36 Grad. «Brandenburg ist der Hotspot Europas», sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich. Selbst in Andalusien oder der Türkei gebe es keine vergleichbaren Werte.

    Für Donnerstag können die Schülerinnen und Schüler dann nicht mehr auf Freizeit hoffen. Kräftige Gewitter bringen Abkühlung. Teils muss mit Starkregen, orkanartigen Böen und Hagel gerechnet werden, wie der DWD in Offenbach mitteilte. Der Vorhersage zufolge sollen Gewitter ab Mittwochnachmittag von Frankreich in den Westen und Südwesten Deutschlands ziehen. Auch die Bildung erneuter Tornados schloss der DWD nicht aus.

    Am Donnerstag muss dann gegen Nachmittag östlich der Elbe mit kräftigen und teils unwetterartigen Gewittern gerechnet werden. Dadurch sinke die Waldbrandgefahr, auch für Allergiker werde der Aufenthalt im Freien erträglicher, erklärte DWD-Meteorologe Robert Hausen. Die Temperaturen sinken deutlich auf 19 bis 24 Grad im Westen, dem Osten steht bei bis zu 30 Grad noch einmal ein sehr warmer bis heisser Tag bevor.

    Für das Pfingstwochenende ist dann angenehmes Sommerwetter in Sicht, wie der DWD erklärte: Sonne und Wolken wechseln sich bei etwa 25 Grad ab und es bleibt meist trocken.

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