Ukraine: Agrarminister in Untersuchungshaft nach Korruptionsvorwurf

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    Mykola Solskyj, der ukrainische Agrarminister, steht unter Verdacht des Landraubs im Millionenwert.

    Mykola Solskyj bestreitet jede Schuld.
    Mykola Solskyj bestreitet jede Schuld. - John Minchillo/AP/dpa

    In der Ukraine hat das oberste Anti-Korruption-Gericht gegen Agrarminister Mykola Solskyj wegen des Verdachts auf widerrechtliche Aneignung von staatlichen Grundstücken im Millionenwert Untersuchungshaft angeordnet. Die vorbeugende Massnahme sei vorerst bis 24. Juni angesetzt, berichteten Medien in Kiew am Freitag unter Berufung auf das Gericht.

    Es bestehe die Möglichkeit, dass Solskyj gegen Kaution wieder auf freien Fuss komme, hiess es. Zuvor hatte der Minister seinen Rücktritt eingereicht, aber weiter jede Schuld bestritten. Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk veröffentlichte das handschriftlich verfasste Rücktrittsgesuch am Donnerstag bei Facebook.

    Über die Entlassung werde das Parlament bald entscheiden, schrieb Stefantschuk. Die Ermittler des Nationalen Antikorruptionsbüros hatten Solskyj am Dienstag eine Verdachtsmitteilung ausgehändigt.

    Solksyjs mutmasslicher Landraub

    Der Minister soll vor seiner Amtszeit zwischen 2017 und 2021 insgesamt 1250 Grundstücke mit einer Gesamtfläche von fast 2500 Hektar in den Besitz seiner Agrarholding gebracht haben. Dabei ging es nach Angaben der Ermittler um einen Wert von 291 Millionen Hrywnja (rund 6,7 Millionen Franken). Die Strafverfolgungsbehörden vereitelten nach eigenen Angaben zudem den Versuch, bei dem es um weitere Grundstücke im Wert von 190 Millionen Hrywnja gegangen sein soll.

    Der Minister streitet die Vorwürfe ab. «Es gab keine Korruption. Niemand hat Geld genommen», schrieb Solskyj in einer vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen verbreiteten Erklärung. Zudem habe niemand der Verdächtigten sich selbst oder Verwandten Grundstücke überschrieben.

    Der Jurist hatte vorher eingeräumt, in seiner Zeit als Anwalt 2017 mehrere Privatpersonen beim Streit um Land gegen staatliche Unternehmen im betreffenden Gebiet Sumy vertreten zu haben. Solskyj war 2019 bei den von Präsident Wolodymyr Selenskyj eingeleiteten vorgezogenen Parlamentswahlen über die Liste der Präsidentenpartei in die Oberste Rada gelangt. Er leitete von 2019 bis zu seiner Ernennung als Agrarminister im März 2022 den Agrarausschuss.

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