Türkische Anwälte seit 200 Tagen im Hungerstreik

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    Türkei,

    Seit Februar hungern zwei inhaftierte Anwälte in der Türkei für ihre Freilassung. Ihre Unterstützer sind besorgt. Insgesamt sitzen 18 Anwälten in der Türkei wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation im Gefängnis.

    Mehmet Durakoglu, Vorsitzender der Anwaltskammer von Istanbul, geht an einer Barrikade aus Sicherheitskräften vorbei, die demonstrierenden Anwälten den Zugang zum Parlamentsgebäude am zweiten Tag in Folge versperren. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa
    Mehmet Durakoglu, Vorsitzender der Anwaltskammer von Istanbul, geht an einer Barrikade aus Sicherheitskräften vorbei, die demonstrierenden Anwälten den Zugang zum Parlamentsgebäude am zweiten Tag in Folge versperren. Foto: Burhan Ozbilici/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Türkei haben mehrere Zusammenschlüsse von Juristen die Freilassung von zwei Menschenrechtsanwälten gefordert, die im Hungerstreik sind.

    «Nach 200 Tagen Hungerstreik machen wir uns grosse Sorgen um Ebru Timtik and Aytac Ünsal», sagte Irma van den Berg von der Organisation «Anwälte für Anwälte» der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul. Sie forderte die Türkei auf, die Anwälte freizulassen und der Forderung nach einem fairen Verfahren nachzukommen.

    Die Anwältin Timtik und ihr Kollege Ünsal sind bereits seit Februar dieses Jahres im Hungerstreik. Die beiden gehören nach Angaben von Unterstützern zu insgesamt 18 Anwälten in der Türkei, die wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation zu langen Haftstrafen verurteilt wurden. Alle seien in Vereinigungen engagiert, die häufig Oppositionelle vertreten, hiess es.

    Der Präsident der Anwaltskammer Istanbul, Mehmet Durakoglu, sagte, Timtik sei bereits in einem «kritischen Zustand». Auch Ünsals Leben sei «in sehr ernster Gefahr». Durakoglu fordert «alle Befugten» auf, den Fall so schnell wie möglich abzuschliessen. Auch sein Kollege aus Ankara, Erinc Sagkan, appellierte an die Behörden, schnell zu handeln, bevor aus einem «Rechtsmord» ein tatsächlicher Mord werde.

    Timtik und Ünsal werden wegen ihres Gesundheitszustandes derzeit in Istanbuler Krankenhäusern behandelt. Der Präsident der Anwaltskammer von Izmir, Özkan Yücel, sagte, dort habe sich ihr Zustand sogar noch verschlechtert, weil «Foltermethoden» wie Dauerbeleuchtung angewendet würden. Im April und im Mai 2020 zwei Mitglieder der linken Folk-Band Grup Yorum, Ibrahim Gökcek und Helin Bölek, nach langen Hungerstreiks gestorben. Mit der Aktion hatten sie unter anderem gegen Repressionen wie Razzien und ein Konzertverbot protestiert.

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