Trauriger Jahresrekord: 30 Teenager in London getötet

    Keystone-SDA
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    Grossbritannien,

    In London sind 2021 so viele Jugendliche getötet worden wie nie zuvor. Insgesamt starben 30 Teenager.

    Ein Absperrband der Polizei sperrt den Tatort einer Messerstecherei ab
    Ein Absperrband der Polizei sperrt den Tatort einer Messerstecherei ab. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Freitag ist in London ein 16-Jähriger erstochen worden.
    • Damit steigt die Zahl der getöteten Jugendlichen in London auf 30.
    • Das ist die grösste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen.

    In London sind 2021 so viele Teenager in einem Jahr getötet worden wie nie zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurde im Westlondoner Bezirk Hillingdon ein 16-Jähriger erstochen.

    Damit stieg die Zahl der jugendlichen Opfer in diesem Jahr auf 30 – eines mehr als im bisherigen negativen Rekordjahr 2008. Am Vorabend war in Südlondon ein 15-Jähriger getötet worden. Er wurde erstochen, ebenso wie die meisten anderen Opfer. Alle waren Jungs, die jüngsten 14 Jahre alt.

    Polizeichef schwer besorgt

    Der zuständige Polizeichef Alex Murray zeigte sich schwer besorgt. «Jedes Tötungsdelikt ist eine Tragödie, die Familien mit gebrochenen Herzen und verzweifelte Gemeinschaften zurücklässt», sagte Murray am Freitag.

    Er betonte, die Metropolitan Police investiere hohe Ressourcen in den Kampf gegen Messergewalt. Die konservative Regierung wirft Londons Bürgermeister Sadiq Khan von der Labour-Partei vor, nicht strikt genug gegen Jugendkriminalität vorzugehen.

    Für den Anstieg der Gewalt unter Jugendlichen machen Experten vor allem soziale Medien verantwortlich. Meinungsverschiedenheiten würden verschärft, wenn sie online ausgetragen werden.

    Zudem trage die Menge an gewalttätigen Inhalten dazu bei, Aggressionen zu normalisieren. Auch die Pandemie mit langen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen habe Gewalt gefördert: Weil vor allem Mitglieder von Jugendgangs sich online aufgehetzt hätten, seien Streitigkeiten eskaliert, als sich die Teenager nach langer Zeit wieder über den Weg liefen.

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