Tim Bendzko singt für die Forschung

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    Deutschland,

    Seit Monaten sind Grossveranstaltungen in Deutschland untersagt. Zu gross scheint die Gefahr, dass sich das Coronavirus dort verbreitet. Doch Kultur und Sport leiden. Gibt es einen Weg für Pop-Konzerte trotz Pandemie?

    Sänger Tim Bendzko beim Tourauftakt in der Barclaycard Arena. Foto: Georg Wendt/dpa
    Sänger Tim Bendzko beim Tourauftakt in der Barclaycard Arena. Foto: Georg Wendt/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei einer Art Forschungskonzert mit Popstar Tim Bendzko wollen Wissenschaftler die Bedingungen für Grossveranstaltungen während der Corona-Pandemie ausloten.

    Das internationale Interesse an dem Experiment, das am Samstag in Leipzig stattfinden sollte, sei sehr gross, teilte die Universitätsmedizin Halle mit. Grossveranstaltungen gelten momentan als grosses Problem, weil sich dort auf einen Schlag viele Menschen anstecken können.

    In der Arena der Messestadt spielt Popstar Tim Bendzko drei Konzerte unter verschiedenen Bedingungen. Bis zu 4000 Besucher sollen in der Halle sein. Die Wissenschaftler wollen mit Sensoren und anderen technischen Hilfsmitteln deren Laufwege überwachen, fluoreszierendes Desinfektionsmittel soll sichtbar machen, welche Flächen besonders oft angefasst werden. Auch der Flug der Aerosole - kleinste Partikel-Mischungen in der Luft, die das Virus tragen können - soll nachvollzogen werden.

    In der regulären Anmeldungszeit liessen sich 2210 Teilnehmer für das Experiment registrieren. Doch dann gab es laut Veranstalter weitere Anfragen - so dass bis einschliesslich Freitag auch noch kurzfristige Anmeldungen möglich waren.

    Ziel der Studie «Restart-19» ist nach Angaben der Mediziner ein mathematisches Modell, mit dem das Risiko eines Coronaausbruchs nach einer Grossveranstaltung in einer Halle bewertet werden kann. Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen.

    Damit das Konzertexperiment nicht selbst zu einem sogenannten Superspreader-Event wird, müssen alle Teilnehmer in der Halle eine FFP2-Maske tragen. Zudem musste vorab ein Coronatest gemacht werden. Eine Gefahr für die Freiwilligen sehen die Veranstalter nicht, zumal die Infektionszahlen in der Region Leipzig/Halle derzeit sehr niedrig sind.

    Neben der Kultur- und Eventbranche leidet auch der Sport unter dem Verbot der Grossveranstaltungen. Daher unterstützen auch die Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig das Experiment. Leere Zuschauerränge in der Arena würden für den Profiverein herbe Einnahmeverluste bedeuten. Finanziert wird der Grossversuch von den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt.

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