Syrien-Flüchtling Alaows zieht Bundestags-Kandidatur zurück

    DPA
    DPA

    Deutschland,

    Tareq Alaows wollte als erste aus Syrien geflohene Person für den Bundestag kandidieren. Nun hat der Politiker seine Kandidatur zurückgezogen - seine Familie war wiederholt massiv bedroht worden.

    Tareq Alaows auf einer Pressekonferenz. (Archivbild). Foto: Wolfgang Kumm/dpa
    Tareq Alaows auf einer Pressekonferenz. (Archivbild). Foto: Wolfgang Kumm/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nach Morddrohungen gegen seine Familie hat der aus Syrien geflüchtete Tareq Alaows (31) seine Bundestagskandidatur für die Grünen in Nordrhein-Westfalen zurückgezogen.

    Das teilte Alaows Kreisverband Oberhausen mit.

    «Die hohe Bedrohungslage für mich und vor allem für mir nahe stehende Menschen ist der wichtigste Grund für die Rücknahme meiner Kandidatur», heisst es in der Mitteilung. Nach Auskunft eines Parteisprechers hatte es anonyme Morddrohungen gegen die Familie des Politikers in Syrien für den Fall gegeben, dass Alaows an der Kandidatur festhalte.

    Der Grünen-Politiker wollte «als erste aus Syrien geflüchtete Person im Bundestag den hunderttausenden Menschen, die auf der Flucht sind und hier mit uns leben, eine politische Stimme geben», wie er bei der Bewerbung erklärt hatte. Sein Kreisverband zeigte sich enttäuscht. «Wir hätten uns gewünscht, weiterhin mit Herrn Alaows als unserem Bundestagskandidaten für eine humane Asyl- und Migrationspolitik streiten zu können», erklärte der Kreisverband.

    Bundesaussenminister Heiko Maas (SPD) nannte es am Dienstag bei Twitter «erbärmlich für unsere Demokratie», dass die erste Bundestagskandidatur eines Geflüchteten aus Syrien an Bedrohungen und Rassismus scheitere. Er rief zur Solidarität mit Alaows auf - und mit «allen, die sich ehrenamtlichamtlich engagieren und angefeindet werden».

    Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, reagierte entsetzt. «Dass es Tareq Alaows nicht möglich ist, für den Bundestag zu kandidieren, ohne seine und Sicherheit seiner Familie aufs Spiel zusetzen ist hochgradig beschämend für unsere demokratische Gesellschaft», schrieb sie auf Twitter. «Wir müssen uns solchen rassistischen Anfeindungen noch wirksamer entgegenstellen!»

    Alaows war vor fünf Jahren in Deutschland angekommen und schon wenige Monate nach seiner Ankunft mit der selbstorganisierten Gruppe «Refugee Strike Bochum» politisch aktiv geworden. Über seinen Rückzug hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Mallorca
    84 Interaktionen
    Sonne hilft!
    Katzen
    52 Interaktionen
    «Viele Expats»

    MEHR IN NEWS

    3 Interaktionen
    Bern
    usa
    2 Interaktionen
    Washington

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Timmy
    Millionen-Klage
    9 Interaktionen
    Unna/Hagen
    Audi
    55 Interaktionen
    Allrounder
    Skoda Kamiq
    10 Interaktionen
    Problem mit Lenkung